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Börsenlexikon – Begriffe einfach erklärt

Börsenlexikon: Begriffe einfach erklärt

172 Begriffe rund um Aktien, ETFs, Trading und Krypto – von „bullisch“ bis „Volatilität“, kurz und verständlich erklärt, mit Beispiel.

#ABCDEFGHIJKLMNOPRSTUVWXYZ

Grafische Beispiele sind vereinfacht und frei gewählt, sofern sie nicht ausdrücklich historische Ereignisse beschreiben. Sie zeigen keine aktuellen Kurse und sind keine Prognosen.

#

Kennzahlen

52-Wochen-Spanne

Die 52-Wochen-Spanne zeigt den tiefsten und den höchsten Kurs einer Aktie innerhalb der letzten zwölf Monate.

Damit erkennt man schnell, ob eine Aktie gerade eher am Jahreshoch oder am Jahrestief notiert. Ein Kurs nahe am Hoch zeigt Stärke, kann aber auch eine hohe Erwartung bedeuten. Ein Kurs nahe am Tief kann eine Chance oder ein Warnsignal sein – das hängt von den Gründen ab.

Beispiel
52-Wochen-Spanne einer Beispiel-Aktie
52-Wochen-Tief
40 €
aktueller Kurs
76 €
52-Wochen-Hoch
80 €
Die Aktie notiert nur 5 % unter dem Hoch und 90 % über dem Tief.

Tief 40 €, Hoch 80 €, aktueller Kurs 76 € – die Aktie notiert nur 5 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Auch: Jahreshoch, Jahrestief, 52-Week Range
Siehe auch: Volatilität, Gleitender Durchschnitt

A

Kennzahlen

Abschreibung

Eine Abschreibung verteilt den Wertverlust eines Vermögensgegenstands auf die Gewinnermittlung.

Eine Maschine wird mehrere Jahre genutzt. Ihre Anschaffung belastet den Gewinn deshalb häufig über die Nutzungsdauer. Die Auszahlung erfolgt dagegen beim Kauf. Abschreibung und laufender Geldabfluss sind somit nicht dasselbe; außerplanmäßige Wertminderungen können zusätzlich anfallen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Buchwert einer Maschine
Kauf100.000
Nach 1 Jahr80.000
Nach 2 Jahren60.000
Vereinfachtes Beispiel: 100.000 € Anschaffung, fünf Jahre Nutzungsdauer, kein Restwert → 20.000 € lineare Abschreibung pro Jahr.
Auch: Absetzung für Abnutzung, AfA, Depreciation
Siehe auch: Cashflow, EBITDA
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Ad-hoc-Meldung

Eine Ad-hoc-Meldung informiert öffentlich über eine kursrelevante Insiderinformation eines Emittenten.

Damit sollen Marktteilnehmer die Information grundsätzlich gleichzeitig erhalten. Die Veröffentlichung folgt gesetzlichen Vorgaben; ein Aufschub ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Nicht jede Pressemitteilung ist eine Ad-hoc-Meldung, und auch eine wichtige Meldung sagt die Kursrichtung nicht sicher voraus.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Information für den gesamten Markt
  1. 1Kursrelevantes Ereignis
  2. 2Veröffentlichung
  3. 3Markt bewertet die Nachricht
Beispiel: Ein Unternehmen muss seine bisherige Ergebnisprognose deutlich korrigieren.
Auch: Insiderinformation, Ad hoc
Siehe auch: Guidance, Earnings
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Agio

Agio ist ein Aufschlag auf einen Bezugswert, etwa den Nennwert oder einen Fondsanteil.

Bei Aktienemissionen bezeichnet es den Betrag oberhalb des Nennwerts. Bei Fonds kann ein Ausgabeaufschlag gemeint sein. Die Bezugsgröße muss deshalb immer mitgelesen werden. Der Gegenbegriff Disagio bezeichnet einen Abschlag.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ausgabepreis mit Aufschlag
100 € Bezugswert + 3 € Agio = 103 €
Im Beispiel beträgt der Aufschlag 3 % des Bezugswerts. Ob ein solcher Aufschlag anfällt, hängt vom Produkt ab.
Auch: Aufgeld, Ausgabeaufschlag
Siehe auch: Aktie, Investmentfonds
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Aktie

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer Aktien besitzt, ist Miteigentümer und am Erfolg – und Risiko – der Firma beteiligt.

Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital einzusammeln. Aktionäre können über den Kurs gewinnen oder verlieren, erhalten oft eine Dividende und haben meist ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Der Preis einer Aktie bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage.

Beispiel
💡
Kaufst du 10 Aktien eines Unternehmens zu je 50 €, investierst du 500 €. Steigt der Kurs auf 60 €, sind deine Anteile 600 € wert.
Auch: Anteilsschein, Share, Stock
Siehe auch: Dividende, Börse, Marktkapitalisierung
Grundlagen

Aktienrückkauf

Bei einem Aktienrückkauf erwirbt eine Gesellschaft eigene Aktien.

Werden die Aktien anschließend eingezogen, sinkt die Zahl ausstehender Aktien. Bei gleichbleibendem Gewinn steigt dann rechnerisch der Gewinn je Aktie. Der Rückkauf verbraucht aber Geld und schafft nicht automatisch Wert: Entscheidend sind unter anderem Kaufpreis, Finanzierung und die alternative Verwendung des Kapitals.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Weniger Aktien, gleicher Gesamtgewinn
10 Mio. € / 10 Mio. Aktien = 1,00 € EPS → 10 Mio. € / 9 Mio. Aktien ≈ 1,11 € EPS
Vereinfachtes Beispiel nach Einziehung; Finanzierungskosten und sonstige Änderungen bleiben unberücksichtigt.
Auch: Share Buyback, Rückkaufprogramm
Siehe auch: EPS, Eigenkapital, Cashflow
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Aktiensplit

Ein Aktiensplit teilt vorhandene Aktien in mehr Stücke auf, ohne dadurch den Unternehmenswert zu verändern.

Bei einem Split im Verhältnis 1:4 erhält man für jede alte Aktie vier neue. Der Kurs passt sich rechnerisch an. Historische Kursreihen müssen vergleichbar gerechnet werden. Beim umgekehrten Vorgang, dem Reverse Split, werden Aktien zusammengelegt.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vier Stück statt eines Stücks
1 Aktie × 200 € = 4 Aktien × 50 € = 200 €
Der Split allein vervierfacht weder Vermögen noch Beteiligungsquote.
Auch: Stock Split, Reverse Split
Siehe auch: Aktie, Marktkapitalisierung
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Aktionär

Ein Aktionär besitzt mindestens eine Aktie und ist damit an einer Aktiengesellschaft beteiligt.

Zu den möglichen Rechten gehören Stimmrechte und ein Anspruch auf eine beschlossene Dividende. Die Ausgestaltung hängt von Aktiengattung und Rechtsordnung ab. Anders als ein Anleihegläubiger trägt ein Aktionär das unternehmerische Eigenkapitalrisiko; bei einer Insolvenz kann der Einsatz vollständig verloren gehen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Anteil am Unternehmen
100 eigene Aktien / 10.000 ausgegebene Aktien = 1 %
Vereinfachte Beteiligungsquote bei einer einheitlichen Aktiengattung.
Auch: Shareholder, Anteilseigner
Siehe auch: Aktie, Dividende, Eigenkapital
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Alpha

Alpha beschreibt eine Mehr- oder Minderleistung gegenüber einer passenden Vergleichsgröße.

Im einfachen Vergleich wird die Rendite einer Anlage der Benchmark gegenübergestellt. In finanzmathematischen Modellen wird zusätzlich das eingegangene Risiko berücksichtigt. Ein positives Ergebnis ist deshalb nur zusammen mit Zeitraum, Gebühren, Benchmark und verwendeter Berechnung aussagekräftig; es garantiert keine künftige Überrendite.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Einfacher Renditevergleich in Prozent
Anlage12
Benchmark9
12 % minus 9 % ergeben 3 Prozentpunkte Mehrertrag. Das ist ein einfacher Vergleich, kein risikobereinigtes Modell-Alpha.
Auch: Überrendite, Alphafaktor
Siehe auch: Benchmark, Beta, Rendite
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

Altcoin

Altcoins sind alle Kryptowährungen außer Bitcoin – zum Beispiel Ethereum, Solana oder XRP.

Der Begriff steht für „alternative Coins“. Es gibt Tausende Altcoins mit sehr unterschiedlichen Zielen, von Smart-Contract-Plattformen bis zu reinen Spaß-Projekten. Viele kleine Altcoins schwanken extrem und verschwinden wieder.

Beispiel
💡
Steigen viele Altcoins stärker als Bitcoin, spricht man von einer „Altcoin-Season“.
Auch: Altcoins, Altcoin-Season
Siehe auch: Bitcoin, Meme Coin, Layer 1
Grundlagen

Anleihen

Eine Anleihe ist ein Wertpapier, mit dem ein Emittent Fremdkapital aufnimmt.

Anleger leihen dem Emittenten Geld. Zins, Laufzeit und Rückzahlung richten sich nach den Anleihebedingungen. Der Börsenkurs kann schwanken; steigende Marktzinsen belasten bei sonst gleichen Bedingungen häufig bestehende Festzinsanleihen. Hinzu kommen insbesondere Ausfall-, Inflations- und gegebenenfalls Währungsrisiken.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Geld leihen gegen vertragliche Ansprüche
  1. 1Anleger zahlt 1.000 €
  2. 2Jährlich 30 € Zins
  3. 3Am Ende 1.000 € Rückzahlung
Beispiel einer dreijährigen 3-%-Anleihe zu 100 % Nennwert. Die Rückzahlung setzt Zahlungsfähigkeit voraus; Gebühren und Steuern fehlen.
Auch: Anleihe, Bond, Rentenpapier
Siehe auch: Zins, Fremdkapital, Unternehmensanleihen
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Arbitrage

Arbitrage nutzt Preisunterschiede desselben oder wirtschaftlich vergleichbarer Instrumente.

Im Idealfall werden Kauf und Verkauf so abgestimmt, dass eine Preisdifferenz übrig bleibt. In der Praxis können Gebühren, unterschiedliche Abwicklung, verfügbare Stückzahlen, Verzögerungen und Finanzierung die Chance verkleinern oder beseitigen. Ein sichtbarer Kursunterschied ist deshalb noch kein sicher realisierbarer Gewinn.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Preisunterschied nach Kosten
Verkauf 100,20 € − Kauf 100,00 € − Kosten 0,15 € = 0,05 €
Nur ein vereinfachtes Beispiel mit tatsächlich ausführbaren, zeitgleichen Preisen.
Auch: Arbitragegeschäft
Siehe auch: Spread, Börse
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

Ausbruch

Ein Ausbruch (Breakout) liegt vor, wenn der Kurs einen Widerstand oder eine Unterstützung deutlich durchbricht.

Ausbrüche mit hohem Handelsvolumen gelten als aussagekräftiger. Ein Fehlausbruch liegt vor, wenn der Kurs kurz darauf wieder in die alte Spanne zurückfällt.

Beispiel
Ausbruch über den Widerstand
WiderstandAusbruch

Die Aktie steigt mit hohem Volumen über ihren Widerstand bei 100 € und schließt bei 104 €.

Auch: Breakout, Fehlausbruch
Siehe auch: Widerstand, Unterstützung

B

Derivate

Backwardation

Backwardation bezeichnet typischerweise eine fallende Terminkurve: spätere Futures sind günstiger als nähere.

Bei Rohstoffen kann eine knappe sofort verfügbare Ware diese Struktur begünstigen. Die Kurve ist keine sichere Preisprognose. Für rollierende Futures-Anlagen ist wichtig, welcher Kontrakt verkauft und welcher neu gekauft wird; der Gesamtertrag hängt zusätzlich vom weiteren Marktverlauf ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel einer fallenden Terminkurve
Naher Kontrakt100
In 3 Monaten97
In 6 Monaten94
Fiktive Preise je Einheit. Das Gegenstück einer steigenden Terminkurve heißt Contango.
Auch: Inverse Terminkurve
Siehe auch: Contango, Futures
Vertiefung: CME Group: Terminkurven
Chartanalyse

Bärenfalle (Bear Trap)

Eine Bärenfalle ist ein scheinbarer Ausbruch nach unten, auf den eine deutliche Erholung folgt.

Verkäufer oder Short-Trader rechnen zunächst mit weiter fallenden Kursen. Steigt der Kurs wieder über die durchbrochene Zone, kann sich der Rückgang als Fehlausbruch erweisen. Das Muster ist eine rückblickende Beschreibung und kein zuverlässiges Vorhersagewerkzeug.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Scheinbarer Einbruch und Erholung
Scheinbarer Einbruch und Erholung – schematische Werte: 108;104;101;96;94;102;107;111Marke 100Zeit → · schematischer Verlauf
Schematischer Verlauf rund um eine angenommene Unterstützung bei 100; das Gegenstück ist die Bullenfalle.
Auch: Bear Trap, Bärenfalle
Siehe auch: Unterstützung, Ausbruch, Short
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Bärisch

Bärisch bedeutet, dass man mit fallenden Kursen rechnet. Wer bärisch ist, ist pessimistisch.

Der Begriff kommt vom Bären, der mit seiner Tatze von oben nach unten schlägt. Ein Bärenmarkt ist eine längere Phase fallender Kurse – oft spricht man davon ab einem Rückgang von 20 % vom Hoch. Das Gegenteil ist bullisch.

Beispiel
🐂 Bullisch
Erwartung: Kurse steigen
🐻 Bärisch
Erwartung: Kurse fallen

„Ich bin für die Aktie bärisch“ heißt: Ich erwarte, dass der Kurs fällt.

Auch: bearish, Bär, Bärenmarkt, Baisse
Siehe auch: Bullisch, Short, Korrektur
Grundlagen

BaFin

Die BaFin ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland.

Sie beaufsichtigt im Rahmen ihrer Zuständigkeiten unter anderem Finanzunternehmen und Wertpapiermärkte. Dabei arbeitet sie mit weiteren nationalen und europäischen Stellen zusammen. Eine Erlaubnis oder Aufsicht ist kein Gütesiegel für eine Geldanlage und verhindert weder Kursverluste noch automatisch jeden Betrugsfall.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Aufsicht ersetzt keine eigene Prüfung
  1. 1Anbieter in Datenbank prüfen
  2. 2Produkt und Kosten verstehen
  3. 3Risiken selbst beurteilen
Eine beaufsichtigte Bank kann auch risikoreiche Wertpapiere anbieten. Anbieteraufsicht und Produktrisiko sind zwei verschiedene Fragen.
Auch: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Siehe auch: Broker, Zertifikat
Vertiefung: BaFin: Aufgaben der Aufsicht
Markt & Trading

Bagholder

Bagholder ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für jemanden, der nach starken Verlusten auf einer Position sitzt.

Gemeint ist häufig das lange Festhalten an einer zuvor stark beworbenen Aktie oder einem Token. Der Ausdruck beschreibt keine objektive Bewertungskennzahl. Für eine Entscheidung zählen die heutigen Aussichten und Risiken; der eigene frühere Kaufpreis verändert den Unternehmenswert nicht.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Verlust und notwendige Erholung
Kaufwert100
Nach Kurssturz20
Von 100 € auf 20 € sind es −80 %. Um von 20 € wieder auf 100 € zu kommen, wären +400 % nötig.
Auch: Bag Holding
Siehe auch: Pump and Dump, FOMO
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Beat & Miss

Ein Beat bedeutet, dass ein Unternehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen hat, ein Miss, dass es sie verfehlt hat.

Die Begriffe beziehen sich meist auf Umsatz und Gewinn je Aktie (EPS). Trotz eines Beats kann eine Aktie fallen, etwa wenn der Ausblick enttäuscht oder die Erwartungen noch höher waren.

Beispiel
💡
Erwartet wurde ein EPS von 1,00 $, gemeldet werden 1,10 $ – das ist ein Beat.
Auch: Beat, Miss, Erwartungen übertroffen
Siehe auch: EPS, Earnings, Guidance
Kennzahlen

Benchmark

Eine Benchmark ist eine Vergleichsgröße, an der die Entwicklung einer Anlage gemessen wird.

Sie sollte zur Anlageklasse, Region, Währung und zum Risiko der Strategie passen. Außerdem muss klar sein, ob Ausschüttungen berücksichtigt sind und welche Kosten in der Anlagerendite stecken. Ein unpassender Vergleich kann eine Leistung besser oder schlechter erscheinen lassen, als sie ist.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Anlage und passender Vergleich
Anlage8
Vergleichsindex10
8 % Anlagerendite gegenüber 10 % im passenden Index: 2 Prozentpunkte weniger im gleichen Zeitraum.
Auch: Vergleichsindex, Vergleichsmaßstab
Siehe auch: Alpha, Index, Rendite
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Beta

Beta beschreibt die statistische Empfindlichkeit einer Rendite gegenüber den Bewegungen eines Vergleichsmarktes.

Ein Beta über 1 bedeutet im verwendeten historischen Modell stärkere Marktsensitivität, unter 1 geringere. Die Schätzung hängt vom Zeitraum und der Datenbasis ab. Beta misst nicht alle Risiken eines Unternehmens und erlaubt keine sichere Prognose für einen einzelnen Handelstag.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Modellhafte Marktsensitivität
Marktbewegung 2 % × Beta 1,5 ≈ Marktanteil 3 %
Das ist eine vereinfachte Modellbetrachtung bei sonst gleichen Einflüssen, keine zugesagte Aktienbewegung.
Auch: Betafaktor
Siehe auch: Alpha, Volatilität, Benchmark
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

Bitcoin

Bitcoin ist die erste und größte Kryptowährung. Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben.

Bitcoin wurde 2009 gestartet und funktioniert ohne Bank oder Staat über ein weltweites Netzwerk (Blockchain). Durch die feste Obergrenze und das Halving gilt Bitcoin vielen als „digitales Gold“. Der Kurs ist sehr volatil.

Beispiel
💡
Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Satoshi teilen – man muss also keinen ganzen Bitcoin kaufen.
Auch: BTC, Satoshi
Siehe auch: Blockchain, Halving, Wallet
Krypto

Blockchain

Eine Blockchain ist eine dezentrale Datenbank, in der Transaktionen in Blöcken gespeichert und fälschungssicher miteinander verkettet werden.

Die Daten liegen nicht bei einer zentralen Stelle, sondern auf vielen Rechnern. Jeder neue Block baut auf dem vorherigen auf, nachträgliche Änderungen fallen deshalb auf. Auf Blockchains wie Ethereum laufen auch Smart Contracts und DeFi-Anwendungen.

Beispiel
💡
Jede Bitcoin-Überweisung wird in einem Block gespeichert, der für alle einsehbar ist.
Auch: Distributed Ledger
Siehe auch: Bitcoin, Smart Contract, Layer 1
Grundlagen

Blue Chips

Blue Chips nennt man umgangssprachlich große, etablierte börsennotierte Unternehmen.

Oft sind sie liquide handelbar und in bekannten Indizes vertreten. Eine verbindliche, weltweit einheitliche Abgrenzung gibt es nicht. Größe und Bekanntheit schützen nicht vor Überbewertung, Geschäftsproblemen oder erheblichen Kursverlusten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Größe ist nur ein Merkmal
  1. 1Etabliertes Unternehmen
  2. 2Häufig liquider Handel
  3. 3Trotzdem Geschäfts- und Kursrisiko
Auch eine bekannte große Gesellschaft kann in einer Krise ihren Marktwert stark verlieren.
Auch: Standardwerte, Large Caps
Siehe auch: Small Cap, Index, Marktkapitalisierung
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Börse

Eine Börse ist ein organisierter Marktplatz, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETFs gehandelt werden.

An der Börse treffen Käufer und Verkäufer aufeinander, der Kurs ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. Bekannte Börsenplätze sind Xetra und Frankfurt in Deutschland, die NYSE und Nasdaq in den USA. Daneben gibt es außerbörsliche Handelsplätze wie Tradegate oder Lang & Schwarz, die Neobroker häufig nutzen.

Beispiel
💡
Ein Kaufauftrag für die SAP-Aktie über Xetra wird dort mit einem passenden Verkaufsauftrag zusammengeführt.
Auch: Handelsplatz, Börsenplatz
Siehe auch: Aktie, Broker, Handelszeiten
Markt & Trading

Briefkurs

Der Briefkurs (Ask) ist der Preis, zu dem ein Marktteilnehmer ein Wertpapier zum Verkauf anbietet.

Wer sofort kaufen will, handelt häufig gegen diese Angebotsseite. Der tatsächlich ausführbare Preis hängt auch von Stückzahl, Handelsplatz und verfügbarer Liquidität ab. Der Abstand zum Geldkurs heißt Spread.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Kauf zum angebotenen Verkaufspreis
Geldkurs 49,90 € ↔ Briefkurs 50,10 €
Beim unmittelbaren Kauf von 10 Stück zum Briefkurs wären es 501 € vor weiteren Kosten.
Auch: Ask, Ask-Preis
Siehe auch: Geldkurs, Spread, Limit-Order
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Broker

Ein Broker ist ein Anbieter, über den Privatanleger Wertpapiere kaufen und verkaufen können – zum Beispiel eine Bank, ein Online-Broker oder ein Neobroker.

Der Broker leitet deine Aufträge an einen Börsen- oder Handelsplatz weiter und verwahrt die Wertpapiere in deinem Depot. Unterschiede gibt es bei Gebühren, Auswahl an Handelsplätzen, Sparplänen und Service. Neobroker sind App-basierte Anbieter mit besonders niedrigen Kosten.

Beispiel
💡
Du eröffnest bei einem Neobroker ein Depot und kaufst dort per App eine Aktie für 1 € Ordergebühr.
Auch: Neobroker, Online-Broker, Depotbank
Siehe auch: Depot, Börse, Sparplan
Chartanalyse

Bullenfalle (Bull Trap)

Eine Bullenfalle ist ein scheinbarer Ausbruch nach oben, dem ein Rückfall folgt.

Käufer deuten den Kursanstieg zunächst als Stärke. Fällt der Kurs anschließend zurück unter die Ausbruchszone, kann sich das Signal als Fehlausbruch erweisen. Erkennen lässt sich die Falle erst im weiteren Verlauf. Sie ist nicht mit der Bärenfalle zu verwechseln.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Scheinbarer Ausbruch und Rückfall
Scheinbarer Ausbruch und Rückfall – schematische Werte: 92;96;98;103;105;97;92;89Marke 100Zeit → · schematischer Verlauf
Schematischer Kursverlauf: kurz über eine angenommene Marke von 100, danach wieder darunter. Keine Prognose.
Auch: Bull Trap, Bullenfalle
Siehe auch: Ausbruch, Widerstand, Bärenfalle (Bear Trap)
Vertiefung: Bundeszentrale für politische Bildung
Markt & Trading

Bullisch

Bullisch bedeutet, dass man mit steigenden Kursen rechnet. Wer bullisch ist, ist optimistisch.

Der Begriff kommt vom Bullen, der mit seinen Hörnern von unten nach oben stößt. Ein Bullenmarkt ist eine längere Phase steigender Kurse. Das Gegenteil ist bärisch.

Beispiel
🐂 Bullisch
Erwartung: Kurse steigen
🐻 Bärisch
Erwartung: Kurse fallen

„Ich bin für Bitcoin bullisch“ heißt: Ich erwarte, dass der Kurs steigt.

Auch: bullish, Bulle, Bullenmarkt, Hausse
Siehe auch: Bärisch, Rally
Grundlagen

Burggraben

Ein wirtschaftlicher Burggraben ist ein dauerhafter Wettbewerbsvorteil eines Unternehmens.

Beispiele sind hohe Wechselkosten, Netzwerkeffekte, geschützte Verfahren oder Kostenvorteile. Ob der Vorteil wirklich Bestand hat, muss anhand des Geschäftsmodells geprüft werden. Selbst ein starkes Unternehmen kann bei einem zu hohen Kaufpreis eine schwache Anlage sein.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel: hohe Wechselkosten
  1. 1Software ist tief integriert
  2. 2Wechsel kostet Zeit und Geld
  3. 3Kunden bleiben eher
Das Beispiel zeigt einen möglichen Wettbewerbsvorteil, keine Garantie für hohe Gewinne.
Auch: Economic Moat, Moat
Siehe auch: Value Investing, Shareholder Value
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Buy the Dip

„Buy the Dip“ bedeutet, nach einem Kursrückgang gezielt nachzukaufen, um günstiger einzusteigen.

Die Strategie setzt darauf, dass sich der Kurs wieder erholt. Das funktioniert nicht immer: Fällt eine Aktie aus gutem Grund, kann sie auch weiter fallen („in ein fallendes Messer greifen“).

Beispiel
Buy the Dip
Nachkauf
Funktioniert nur, wenn sich der Kurs wieder erholt.

Eine Aktie fällt nach schwachen Marktdaten um 15 %, du kaufst nach in der Hoffnung auf eine Erholung.

Auch: Dip kaufen, Nachkaufen
Siehe auch: Korrektur, Bullisch

C

Kennzahlen

Cashflow

Cashflow beschreibt Zahlungsströme innerhalb einer Periode.

Die Kapitalflussrechnung unterscheidet typischerweise operative Tätigkeit, Investitionen und Finanzierung. Gewinn und Geldzufluss können auseinanderfallen, etwa durch Abschreibungen oder noch unbezahlte Forderungen. Beim Free Cashflow muss die verwendete Definition beachtet werden; häufig werden Investitionen vom operativen Cashflow abgezogen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vereinfachter freier Cashflow
120 Mio. € operativer Cashflow − 50 Mio. € Investitionen = 70 Mio. €
Ein positiver Gewinn allein beantwortet nicht, wie viel Geld nach Investitionen übrig bleibt.
Auch: Kapitalfluss, Free Cashflow, FCF
Siehe auch: Abschreibung, EBITDA, Liquide Mittel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

CFD

Ein CFD (Contract for Difference) ist ein Differenzkontrakt, mit dem man gehebelt auf Kursbewegungen setzen kann, ohne den Basiswert zu besitzen.

CFDs sind sehr riskant: Laut Pflichthinweisen der Anbieter verliert die Mehrheit der Privatkunden damit Geld. Durch den Hebel können Verluste schnell den Einsatz erreichen.

Beispiel
CFD mit Hebel 10
Dein Einsatz
100 €
bewegte Position
1.000 €
Fällt der Kurs um nur 10 %, ist dein kompletter Einsatz weg.

Mit einem CFD und Hebel 10 setzt du 100 € ein und bewegst damit eine Position im Wert von 1.000 €.

Auch: Contract for Difference, Differenzkontrakt
Siehe auch: Hebel, Short
Chartanalyse

Chartanalyse

Chartanalyse untersucht Kurs- und häufig auch Umsatzverläufe auf wiederkehrende Strukturen.

Typische Werkzeuge sind Trendlinien, Unterstützungen, Widerstände und gleitende Durchschnitte. Sie beschreiben Marktdaten; eine Linie macht eine künftige Entwicklung nicht sicher. Ergebnisse hängen unter anderem vom betrachteten Zeitraum und der gewählten Methode ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ein Kursverlauf als Ausgangspunkt
Ein Kursverlauf als Ausgangspunkt – schematische Werte: 82;86;84;91;88;96;94;100Zeit → · schematischer Verlauf
Schematisches Beispiel eines unruhigen Aufwärtstrends; daraus folgt kein garantierter weiterer Anstieg.
Auch: Technische Analyse, Technical Analysis
Siehe auch: Unterstützung, Widerstand, Gleitender Durchschnitt
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

Contango

Contango bezeichnet typischerweise eine steigende Terminkurve: spätere Futures sind teurer als nähere.

Bei Rohstoffen können Lager- und Finanzierungskosten eine Rolle spielen. Die Kurvenform ist keine sichere Prognose für spätere Kassapreise. Beim regelmäßigen Rollen einer Futures-Anlage kann ein teurerer Ersatzkontrakt die Entwicklung belasten; entscheidend bleibt der gesamte Ertrag.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel einer steigenden Terminkurve
Naher Kontrakt100
In 3 Monaten103
In 6 Monaten106
Fiktive Preise je Einheit. Eine fallende Terminkurve wird typischerweise Backwardation genannt.
Auch: Normale Terminkurve
Siehe auch: Backwardation, Futures
Vertiefung: CME Group: Terminkurven
Grundlagen

Cost-Average-Effekt

Der Cost-Average-Effekt beschreibt, dass man bei regelmäßigen gleich hohen Käufen bei fallenden Kursen automatisch mehr Anteile erhält.

Wer jeden Monat denselben Betrag investiert, kauft bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile. Das glättet den durchschnittlichen Einstiegspreis. Einen garantierten Vorteil gegenüber einer Einmalanlage gibt es aber nicht.

Beispiel
100 € pro Monat – so viele Anteile bekommst du
Jan · Kurs 50 €
2,0 Stk.
Feb · Kurs 25 €
4,0 Stk.
Mär · Kurs 40 €
2,5 Stk.
Apr · Kurs 50 €
2,0 Stk.
Bei niedrigen Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile. Ø Kaufpreis: 38,10 € statt Ø Kurs 41,25 €.

Bei 100 € pro Monat bekommst du bei 50 € Kurs 2 Anteile, bei 25 € Kurs 4 Anteile.

Auch: Durchschnittskosteneffekt
Siehe auch: Sparplan, ETF
Markt & Trading

Courtage

Courtage bezeichnet eine Vermittlungsprovision, beispielsweise beim Wertpapierhandel.

Ob und in welcher Höhe sie anfällt, ergibt sich aus dem jeweiligen Preisverzeichnis. Sie kann neben Ordergebühren, Handelsplatzentgelten und Spread stehen. Für einen Kostenvergleich ist daher der gesamte Kauf- und Verkaufsweg entscheidend, nicht nur eine beworbene Einzelgebühr.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Gesamtkosten einer Beispielorder
2 € Courtage + 1 € weitere Entgelte = 3 € direkte Kosten
Ein möglicher Spread kommt zusätzlich hinzu. Die Zahlen sind frei gewählte Beispiele, kein Brokerangebot.
Auch: Maklercourtage, Vermittlungsprovision
Siehe auch: Broker, Spread
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

D

Grundlagen

DAX

Der DAX bildet die Entwicklung von 40 großen börsennotierten Unternehmen des deutschen Aktienmarkts ab.

Die Auswahl folgt den Regeln des Indexanbieters und wird regelmäßig überprüft. Meist ist mit dem DAX der Performanceindex gemeint: Ausschüttungen werden rechnerisch wiederangelegt. Ein Kursindex lässt sie dagegen unberücksichtigt. Indexpunkte sind kein Europreis einer einzelnen Aktie.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vom Aktienkorb zum Index
  1. 140 Indexunternehmen
  2. 2Gewichtung nach Indexregeln
  3. 3Gemeinsame Entwicklung in Punkten
Ein DAX-ETF versucht die Indexentwicklung nach Kosten abzubilden; einen einzelnen DAX-Punkt besitzt man nicht als Aktie.
Auch: Dax, Deutscher Aktienindex, DAX 40
Siehe auch: Index, ETF, Benchmark
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

Dead Cat Bounce

Ein Dead Cat Bounce ist eine kurze Erholung innerhalb einer fortgesetzten Abwärtsbewegung.

Der Ausdruck wird meist rückblickend verwendet. Während der Erholung ist offen, ob nur eine Zwischenbewegung oder eine dauerhafte Trendwende entsteht. Das Muster eignet sich deshalb nicht als Beweis, dass nach jedem Anstieg zwingend ein neuer Kurssturz folgt.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Kurze Erholung im Abwärtstrend
Kurze Erholung im Abwärtstrend – schematische Werte: 100;84;70;78;82;64;56Zeit → · schematischer Verlauf
Schematischer Verlauf: zwischenzeitliche Erholung, später neue Tiefs. Keine Vorhersage.
Auch: Zwischenerholung
Siehe auch: Korrektur, Bärisch, Chartanalyse
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

DeFi

DeFi (Decentralized Finance) sind Finanzdienste auf der Blockchain, die ohne Bank funktionieren – etwa Kredite, Tauschbörsen oder Zinsen.

DeFi-Anwendungen laufen über Smart Contracts. Sie sind rund um die Uhr verfügbar, bergen aber eigene Risiken wie Programmierfehler, Hacks oder stark schwankende Zinsen.

Beispiel
💡
Auf einer dezentralen Börse tauschst du Ethereum direkt gegen einen Stablecoin – ohne Konto bei einem Anbieter.
Auch: Decentralized Finance, DEX
Siehe auch: Smart Contract, Stablecoin
Derivate

Delta

Delta schätzt, wie stark sich ein Optionspreis bei einer kleinen Bewegung des Basiswerts verändert.

Die Kennzahl gilt nur näherungsweise bei sonst gleichen Einflussgrößen. Delta selbst kann sich ändern. Laufzeit, Volatilität, Zinsen und Bezugsverhältnis sind zusätzlich wichtig. Calls haben typischerweise ein positives, Puts ein negatives Delta.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Näherung bei einem Call
1 € Bewegung im Basiswert × Delta 0,5 ≈ 0,50 € Optionspreisänderung
Beispiel bei Bezugsverhältnis 1:1 und sonst gleichen Bedingungen; keine exakte Zusage.
Auch: Optionsdelta, Greeks
Siehe auch: Option, Optionsschein, Volatilität
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Depot

Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere. Darin werden deine Aktien, ETFs und Anleihen verwahrt.

Zum Depot gehört meist ein Verrechnungskonto für Geldein- und -auszahlungen. Die Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören auch bei einer Pleite der Bank weiterhin dir.

Beispiel
💡
Nach dem Kauf von 5 Aktien erscheinen diese mit Kaufkurs und aktuellem Wert in deinem Depot.
Auch: Wertpapierdepot
Siehe auch: Broker, Sparplan
Derivate

Derivate

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von einem Basiswert oder einer Bezugsgröße abhängt.

Dazu zählen etwa Optionen, Futures und Swaps. Sie können Risiken absichern oder für Spekulation genutzt werden. Vertragsart, Hebel, Laufzeit und Sicherheiten bestimmen die Risiken; bei bestimmten Geschäften sind Verluste über den anfänglichen Einsatz hinaus möglich.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Abhängigkeit vom Basiswert
  1. 1Aktie, Rohstoff oder Zinssatz
  2. 2Derivatevertrag
  3. 3Zahlung nach Vertragsregeln
Ein Unternehmen kann einen künftigen Rohstoffeinkauf absichern; ein Spekulant kann dieselbe Marktbewegung handeln.
Auch: Derivative Finanzinstrumente
Siehe auch: Futures, Option, Hebel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Diversifikation

Diversifikation heißt, das Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen, um das Risiko zu senken.

Fällt eine einzelne Aktie stark, wirkt sich das bei einem breit gestreuten Depot weniger aus. Man streut über Unternehmen, Branchen, Länder und Anlageklassen. Ein Welt-ETF ist eine einfache Möglichkeit, mit einem Produkt Tausende Aktien abzudecken.

Beispiel
Alles auf eine Karte
Fällt die Aktie um 50 %, fällt das Depot um 50 %.
Breit gestreut
Fällt eine von 40 Aktien um 50 %, fällt das Depot nur um rund 1 %.

Statt 5.000 € in eine Aktie zu stecken, verteilst du das Geld auf einen Welt-ETF und einige Einzelwerte aus verschiedenen Branchen.

Auch: Streuung, Risikostreuung
Siehe auch: ETF, Klumpenrisiko
Grundlagen

Dividende

Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet.

Wie hoch die Dividende ist, beschließt meist die Hauptversammlung. Viele Unternehmen zahlen einmal im Jahr, US-Firmen oft vierteljährlich. Am Tag nach dem Dividendenstichtag (Ex-Tag) sinkt der Aktienkurs in der Regel ungefähr um den Betrag der Dividende.

Beispiel
Deine Dividende
50
Aktien
×
2,00 €
Dividende je Aktie
=
100 €
Auszahlung vor Steuern

Zahlt ein Unternehmen 2 € Dividende je Aktie und du hast 50 Aktien, bekommst du 100 € vor Steuern.

Auch: Gewinnausschüttung, Ausschüttung
Siehe auch: Dividendenrendite, Ex-Tag, Aktie
Kennzahlen

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Prozent des Aktienkurses als Dividende ausgezahlt werden.

Man teilt die Dividende je Aktie durch den aktuellen Kurs. Eine sehr hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch gut – manchmal ist sie nur so hoch, weil der Kurs stark gefallen ist und eine Kürzung droht.

Beispiel
So wird die Dividendenrendite berechnet
3,00 €
Dividende
÷
60 €
Aktienkurs
=
5 %
Dividendenrendite
Dividende 3 €
5 %
Kurs 60 €
100 %

Bei 3 € Dividende und einem Kurs von 60 € beträgt die Dividendenrendite 5 %.

Auch: Dividendenertrag
Siehe auch: Dividende, Rendite

E

Kennzahlen

Earnings

Earnings sind die Geschäftszahlen eines Unternehmens, vor allem die Quartalszahlen mit Umsatz und Gewinn.

Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen regelmäßig ihre Zahlen – US-Firmen jedes Quartal. Rund um diese Termine schwanken Aktien oft stark, weil der Markt die Zahlen mit den Erwartungen vergleicht. Wichtig ist auch der Ausblick (Guidance) auf die kommenden Monate.

Beispiel
💡
Ein Unternehmen meldet nach Börsenschluss seine Quartalszahlen – am nächsten Morgen steigt die Aktie um 8 %, weil Umsatz und Ausblick über den Erwartungen lagen.
Auch: Quartalszahlen, Earnings Season, Berichtssaison
Siehe auch: EPS, Beat & Miss, Guidance
Kennzahlen

EBITDA

EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen sowie immaterielle Werte.

Die Kennzahl erleichtert bestimmte Unternehmensvergleiche, ist aber kein Maß für frei verfügbares Geld. Investitionen, Veränderungen des Umlaufvermögens und Finanzierung fehlen darin. Bei einem „bereinigten EBITDA“ muss zusätzlich geprüft werden, welche Aufwendungen herausgerechnet wurden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vereinfachte Überleitung
30 Mio. € EBIT + 10 Mio. € Abschreibungen = 40 Mio. € EBITDA
EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Ein hohes EBITDA kann trotzdem mit negativem Free Cashflow einhergehen.
Auch: Earnings Before Interest Taxes Depreciation Amortization, EBIT
Siehe auch: Cashflow, Abschreibung, Jahresabschluss
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Eigenkapital

Eigenkapital ist bilanziell der Rest der Vermögenswerte nach Abzug der Schulden.

Es gehört wirtschaftlich den Eigentümern und kann unter anderem durch einbehaltene Gewinne wachsen. Buchwert und Börsenwert sind unterschiedliche Größen. Verluste können das Eigenkapital aufzehren; auch ein hoher ausgewiesener Betrag sagt allein wenig über die Liquidität aus.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Bilanzielle Restgröße
100 Mio. € Vermögen − 60 Mio. € Schulden = 40 Mio. € Eigenkapital
Vereinfachte Bilanz; die Bewertung der einzelnen Vermögenswerte beeinflusst den Buchwert.
Auch: Equity, Buchwert des Eigenkapitals
Siehe auch: Fremdkapital, Eigenkapitalquote, Kurs-Buchwert-Verhältnis
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote setzt das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital beziehungsweise zur Bilanzsumme.

Sie zeigt die bilanzielle Kapitalstruktur. Eine höhere Quote kann einen größeren Verlustpuffer bedeuten, ersetzt aber keine Prüfung von Vermögensqualität, Liquidität und Ertragskraft. Sinnvolle Vergleichswerte unterscheiden sich stark nach Branche und Geschäftsmodell.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Anteil des Eigenkapitals
40 Mio. € / 100 Mio. € × 100 = 40 %
Beispiel: 40 % der Bilanzsumme sind durch Eigenkapital finanziert.
Auch: Equity Ratio
Siehe auch: Eigenkapital, Gesamtkapital, Fremdkapital
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

EPS

EPS (Earnings per Share) ist der Gewinn je Aktie – also der Unternehmensgewinn geteilt durch die Anzahl der Aktien.

Bei Quartalszahlen achten Anleger besonders darauf, ob das EPS über oder unter den Erwartungen der Analysten liegt. Ein Übertreffen nennt man Beat, ein Verfehlen Miss. Ein negatives EPS bedeutet, dass das Unternehmen einen Verlust gemacht hat.

Beispiel
So wird der Gewinn je Aktie (EPS) berechnet
1 Mrd. €
Gewinn
÷
500 Mio.
Aktien
=
2,00 €
EPS
Liegt das EPS über der Erwartung der Analysten, spricht man von einem Beat.

Verdient ein Unternehmen 1 Mrd. € und hat 500 Mio. Aktien, beträgt das EPS 2 € je Aktie.

Auch: Gewinn je Aktie, Earnings per Share
Siehe auch: KGV, Earnings, Beat & Miss
ETFs & Fonds

ETF

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der meist einen Index wie den MSCI World oder DAX nachbildet.

Mit einem ETF kaufst du auf einen Schlag viele Aktien und streust so das Risiko. ETFs sind meist günstig, weil sie nicht aktiv gemanagt werden. Wichtige Kriterien sind die laufenden Kosten (TER), die Fondsgröße und ob Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden.

Beispiel
Ein ETF – viele Aktien
1 ETF
=
Ein MSCI-World-ETF enthält rund 1.400 Aktien aus 23 Ländern.

Ein MSCI-World-ETF enthält rund 1.400 Aktien aus 23 Industrieländern.

Auch: Exchange Traded Fund, Indexfonds
Siehe auch: TER, Thesaurierend, Index, Sparplan
Grundlagen

Ex-Tag

Der Ex-Tag ist der Tag, ab dem eine Aktie ohne Anspruch auf die nächste Dividende gehandelt wird.

Wer die Aktie vor dem Ex-Tag im Depot hat, erhält die Dividende. Wer am Ex-Tag oder später kauft, bekommt sie nicht mehr. Der Kurs wird am Ex-Tag meist um die Dividende gekürzt.

Beispiel
Wer bekommt die Dividende?
Mittwoch
Kauf ✅
Dividende erhalten
Donnerstag
Ex-Tag ❌
keine Dividende
Kurs
wird um die
Dividende gekürzt

Ist der Ex-Tag ein Donnerstag, musst du die Aktie spätestens am Mittwoch gekauft haben, um die Dividende zu erhalten.

Auch: Ex-Dividenden-Tag, Dividendenabschlag
Siehe auch: Dividende, Dividendenrendite
Notenbanken & Makro

EZB

Die EZB (Europäische Zentralbank) ist die Notenbank der Eurozone und legt die Leitzinsen für den Euro fest.

Der EZB-Rat trifft sich etwa alle sechs Wochen zu einer geldpolitischen Sitzung. Das Hauptziel ist eine Inflationsrate von 2 % in der Eurozone.

Beispiel
💡
Die EZB verkündet ihren Zinsentscheid um 14:15 Uhr, die Pressekonferenz folgt um 14:45 Uhr.
Auch: Europäische Zentralbank
Siehe auch: Leitzins, FED, Inflation

F

Grundlagen

FAANG-Aktien

FAANG ist ein historisch geprägtes Kürzel für fünf bekannte US-Technologie- und Internetunternehmen.

Es steht ursprünglich für Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google. Facebooks Muttergesellschaft heißt heute Meta, Googles Mutter Alphabet. Das Kürzel ist kein unveränderlicher offizieller Index und keine Aussage darüber, welche Aktien gerade günstig sind.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Das ursprüngliche Kürzel
  1. 1F: Facebook / heute Meta
  2. 2A: Apple und Amazon
  3. 3N: Netflix
  4. 4G: Google / heute Alphabet
Ein bekannter Sammelbegriff; seine Mitglieder und ihre Geschäftsrisiken bleiben einzeln zu prüfen.
Auch: FAANG Aktien, FANG
Siehe auch: Nasdaq, Blue Chips, Klumpenrisiko
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Notenbanken & Makro

FED

Die FED (Federal Reserve) ist die Zentralbank der USA. Ihre Zinsentscheide bewegen weltweit die Börsen.

Über die Zinsen entscheidet der Offenmarktausschuss (FOMC) achtmal im Jahr. Wichtig sind neben dem Zinsentscheid auch die Pressekonferenz des FED-Chefs und bei vier Sitzungen die Projektionen mit dem sogenannten Dot Plot.

Beispiel
💡
Die Märkte warten gespannt auf den FED-Zinsentscheid um 20:00 Uhr deutscher Zeit.
Auch: Federal Reserve, FOMC, US-Notenbank, Dot Plot
Siehe auch: Leitzins, EZB, Inflation
Notenbanken & Makro

Fiatgeld

Fiatgeld ist Geld, dessen Geltung nicht auf einer festen Einlösbarkeit in einen Rohstoff beruht.

Seine Nutzung hängt unter anderem vom Rechtsrahmen und vom Vertrauen in das Geldsystem ab. Euro-Bargeld ist beispielsweise nicht zu einem festen Goldbetrag eintauschbar. Geldwertstabilität, Inflation und die Ausgestaltung des Währungssystems bleiben wichtige Themen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Kein fester Goldumtausch
  1. 1Währung und Geldsystem
  2. 2Nutzung als Zahlungsmittel
  3. 3Kaufkraft verändert sich mit Preisen
Wenn ein Warenkorb von 100 € auf 105 € steigt, reicht derselbe Geldbetrag für weniger Waren.
Auch: Fiat Money, Fiatwährung
Siehe auch: Inflation, EZB, Zins
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Finanzierung einer Aktiengesellschaft

Eine Aktiengesellschaft kann Kapital aus dem laufenden Geschäft oder von außen beschaffen.

Einbehaltene Gewinne sind eine Form der Innenfinanzierung. Neue Aktien bringen Eigenkapital, Kredite oder Anleihen Fremdkapital. Eigenkapital kann bestehende Beteiligungsquoten verwässern; Fremdkapital bringt vertragliche Zahlungsansprüche und gegebenenfalls Sicherheiten mit sich.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Drei mögliche Finanzierungswege
  1. 1Gewinne im Unternehmen lassen
  2. 2Neue Aktien ausgeben
  3. 3Kredit oder Anleihe aufnehmen
Beispiel: Eine Investition von 10 Mio. € kann aus mehreren dieser Quellen gemeinsam finanziert werden.
Auch: Finanzierungsmöglichkeiten von Aktiengesellschaften, Kapitalerhöhung, Innenfinanzierung
Siehe auch: Eigenkapital, Fremdkapital, Anleihen
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

FOMO

FOMO (Fear of Missing Out) ist die Angst, eine Kursrally zu verpassen – oft der Grund für überhastete Käufe.

Steigen Kurse stark und alle reden darüber, kaufen viele Anleger aus Angst, nicht dabei zu sein – häufig kurz vor dem Hoch. Gerade bei Krypto und Meme-Aktien ist FOMO ein häufiger Fehler.

Beispiel
💡
Ein Coin steigt in einer Woche um 300 %, du kaufst aus FOMO und erwischst genau den Höchststand.
Auch: Fear of Missing Out
Siehe auch: FUD, HODL, Meme Coin
Kennzahlen

Free Float

Der Free Float (Streubesitz) ist der Anteil der Aktien, der frei an der Börse gehandelt wird und nicht in festen Händen liegt.

Aktien von Großaktionären, Gründern oder dem Staat zählen nicht zum Streubesitz. Ein kleiner Free Float kann dazu führen, dass der Kurs stärker schwankt. Für die Aufnahme in Indizes wie den DAX ist der Free Float wichtig.

Beispiel
💡
Hält der Gründer 60 % der Aktien, liegt der Free Float bei höchstens 40 %.
Auch: Streubesitz
Siehe auch: Marktkapitalisierung, Index
Kennzahlen

Fremdkapital

Fremdkapital umfasst bilanzielle Verpflichtungen gegenüber Dritten.

Dazu gehören je nach Bilanz beispielsweise Kredite, Anleihen, Lieferverbindlichkeiten und Rückstellungen. Nicht jede Position ist gleich zu verzinsen oder sofort fällig. Für die Risikoprüfung zählen deshalb auch Laufzeiten, Bedingungen und die Fähigkeit, Zahlungen aus dem Geschäft zu leisten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ansprüche gegenüber dem Unternehmen
  1. 1Bankkredit
  2. 2Ausstehende Anleihe
  3. 3Verbindlichkeiten und Rückstellungen
Mehr Schulden erhöhen nicht automatisch den Gewinn; fällige Zahlungen bleiben auch in schwachen Jahren relevant.
Auch: Debt, Verbindlichkeiten
Siehe auch: Eigenkapital, Anleihen, Cashflow
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

FUD

FUD (Fear, Uncertainty and Doubt) steht für Angst, Unsicherheit und Zweifel – oft gezielt gestreut, um Kurse zu drücken.

Der Begriff stammt aus der Krypto-Szene und bezeichnet negative Nachrichten oder Gerüchte, die Anleger verunsichern. Nicht jede schlechte Nachricht ist FUD – manchmal sind die Sorgen berechtigt.

Beispiel
💡
Ein Gerücht über ein Verbot von Kryptowährungen verbreitet sich, viele verkaufen in Panik.
Auch: Fear, Uncertainty and Doubt
Siehe auch: FOMO, HODL
Derivate

Futures

Futures sind standardisierte Terminkontrakte mit vertraglich festgelegten Bedingungen.

Sie verpflichten die Parteien grundsätzlich zum späteren Austausch oder zum vereinbarten Barausgleich. Häufig werden Sicherheiten hinterlegt und Gewinne oder Verluste laufend verrechnet. Die geringe anfängliche Sicherheitsleistung ist nicht mit einem auf diesen Betrag begrenzten Risiko gleichzusetzen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ein Terminvertrag mit Verpflichtungen
  1. 1Kontrakt handeln
  2. 2Sicherheiten und laufender Ausgleich
  3. 3Glattstellung oder Fälligkeit
Ein Rohstoffpreis wird für einen späteren Termin vereinbart. Menge, Abrechnung und Fälligkeit hängen vom Kontrakt ab.
Auch: Future, Terminkontrakt, Margin
Siehe auch: Terminbörse, Terminhandel, Contango
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

G

Markt & Trading

Geldkurs

Der Geldkurs (Bid) ist der Preis, zu dem ein Marktteilnehmer ein Wertpapier kaufen möchte.

Wer sofort verkaufen will, handelt häufig gegen diese Nachfrageseite. Preis und ausführbare Menge gehören zusammen. Ein angezeigter Geldkurs bedeutet nicht, dass eine beliebig große Position vollständig zu diesem Preis verkauft werden kann.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Verkauf an die Nachfrageseite
Geldkurs 49,90 € ↔ Briefkurs 50,10 €
Ein unmittelbarer Verkauf von 10 Stück zum Geldkurs ergäbe 499 € vor weiteren Kosten.
Auch: Bid, Bid-Preis
Siehe auch: Briefkurs, Spread, Limit-Order
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Gesamtkapital

Gesamtkapital bezeichnet in einer vereinfachten Bilanzbetrachtung die Summe aus Eigen- und Fremdkapital.

Es entspricht damit der Bilanzsumme. Die Zahl zeigt die Größenordnung der bilanziellen Finanzierung, aber weder den Börsenwert noch den frei verfügbaren Kassenbestand. Für einen Vergleich müssen Unternehmen nach denselben Rechnungslegungsgrundsätzen betrachtet werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beide Finanzierungsseiten zusammen
40 Mio. € Eigenkapital + 60 Mio. € Fremdkapital = 100 Mio. €
Das Beispiel beschreibt eine Bilanz, nicht den Preis des Unternehmens an der Börse.
Auch: Bilanzsumme, Total Capital
Siehe auch: Eigenkapital, Fremdkapital, Eigenkapitalquote
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds sammeln Kapital für eine begrenzte Beteiligung, häufig an konkreten Sachwertprojekten.

Anders als bei offenen Publikumsfonds besteht regelmäßig keine laufende Rückgabemöglichkeit zum Nettoinventarwert. Anleger können lange gebunden sein; ein Zweitmarktverkauf ist nicht garantiert. Projekt-, Finanzierungs- und Totalverlustrisiken sind besonders zu beachten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Kapital ist häufig lange gebunden
  1. 1Kapitalzeichnung
  2. 2Investition in Projekte
  3. 3Rückflüsse nach Beteiligungsbedingungen
Beispiel: eine mehrjährige Beteiligung an einem Immobilienprojekt. Eine tägliche Auszahlung ist damit nicht zugesagt.
Auch: Geschlossener Fonds, Closed-End-Struktur
Siehe auch: Offene Fonds, Investmentfonds, Liquide Mittel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

Gleitender Durchschnitt

Ein gleitender Durchschnitt glättet den Kursverlauf, indem er den Durchschnittskurs der letzten Tage, z. B. der letzten 200, anzeigt.

Am bekanntesten ist die 200-Tage-Linie: Liegt der Kurs darüber, gilt der langfristige Trend als positiv, darunter als negativ. Kreuzt die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten, spricht man vom „Golden Cross“, umgekehrt vom „Death Cross“.

Beispiel
Kurs und 200-Tage-Linie
Kurs kreuzt die Linie
Kurs200-Tage-Linie

Der Kurs steigt über die 200-Tage-Linie – viele Chartanalysten werten das als Kaufsignal.

Auch: 200-Tage-Linie, GD200, Moving Average, Golden Cross, Death Cross
Siehe auch: RSI, 52-Wochen-Spanne
Kennzahlen

Goodwill

Goodwill entsteht bei einem Unternehmenskauf als verbleibender Geschäfts- oder Firmenwert.

Vereinfacht geht es um den Kaufpreisanteil, der nach Bewertung der identifizierbaren erworbenen Nettovermögenswerte übrig bleibt. Er ist kein Bargeld. Je nach Rechnungslegung gelten unterschiedliche Folgebewertungen; notwendige Wertminderungen können das Ergebnis stark belasten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vereinfachtes Übernahmebeispiel
120 Mio. € Kaufpreis − 90 Mio. € identifizierbares Nettovermögen = 30 Mio. € Goodwill
Die genaue Bilanzierung hängt vom Erwerb und den angewendeten Rechnungslegungsvorschriften ab.
Auch: Geschäfts- oder Firmenwert
Siehe auch: Abschreibung, Eigenkapital, Jahresabschluss
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Guidance

Die Guidance ist der Ausblick eines Unternehmens auf die erwarteten Umsätze und Gewinne der kommenden Monate.

Für den Aktienkurs ist der Ausblick oft wichtiger als die vergangenen Zahlen. Hebt ein Unternehmen seine Guidance an, reagiert der Markt meist positiv, eine Senkung kann zu deutlichen Kursverlusten führen.

Beispiel
💡
Ein Unternehmen hebt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 10 auf 11 Mrd. € an.
Auch: Prognose, Ausblick, Outlook
Siehe auch: Earnings, Beat & Miss

H

Krypto

Halving

Beim Bitcoin-Halving halbiert sich etwa alle vier Jahre die Belohnung, die Miner für neue Blöcke erhalten.

Dadurch kommen weniger neue Bitcoin auf den Markt, das Angebot wird knapper. In der Vergangenheit folgten auf Halvings oft starke Kursanstiege – eine Garantie für die Zukunft ist das aber nicht.

Beispiel
Bitcoin-Belohnung pro Block
2009
50 BTC
2012
25 BTC
2016
12,5 BTC
2020
6,25 BTC
2024
3,125 BTC
Etwa alle vier Jahre halbiert sich die Menge neuer Bitcoin.

Beim Halving 2024 sank die Belohnung von 6,25 auf 3,125 Bitcoin pro Block.

Auch: Bitcoin-Halving, Halbierung
Siehe auch: Bitcoin, Tokenomics
Markt & Trading

Handelszeiten

Handelszeiten sind die Zeiten, zu denen an einer Börse oder einem Handelsplatz Wertpapiere gekauft und verkauft werden können.

Xetra handelt werktags von 9:00 bis 17:30 Uhr, die US-Börsen von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit. Außerbörsliche Handelsplätze bieten oft längere Zeiten. Kryptowährungen werden rund um die Uhr gehandelt.

Beispiel
💡
Meldet ein US-Unternehmen nach Börsenschluss (22:00 Uhr) Zahlen, reagiert die Aktie erst im nachbörslichen Handel oder am nächsten Tag.
Auch: Börsenzeiten, vorbörslich, nachbörslich
Siehe auch: Börse, Earnings
Derivate

Hebel

Ein Hebel verstärkt die Kursbewegung: Mit Hebel 5 bewegt sich dein Einsatz etwa fünfmal so stark wie der Basiswert.

Hebelprodukte wie Knock-outs oder Optionsscheine ermöglichen mit wenig Kapital große Gewinne – aber ebenso große Verluste bis hin zum Totalverlust. Sie eignen sich eher für kurzfristiges Trading als für den langfristigen Vermögensaufbau.

Beispiel
Aktie vs. Hebelprodukt (Hebel 5)
Aktie +2 %
+2 %
Hebel 5: +10 %
+10 %
Aktie −2 %
−2 %
Hebel 5: −10 %
−10 %
Der Hebel wirkt in beide Richtungen.

Die Aktie steigt um 2 %, dein Hebelprodukt mit Hebel 5 um rund 10 %.

Auch: Leverage, Hebelprodukt
Siehe auch: Knock-out-Zertifikat, Optionsschein, CFD
ETFs & Fonds

Hedgefonds

Hedgefonds sind alternative Investmentfonds mit je nach Strategie weitreichenden Anlagemöglichkeiten.

Sie können beispielsweise Leerverkäufe, Derivate oder Fremdfinanzierung einsetzen. Das Wort „Hedge“ bedeutet nicht, dass Verluste ausgeschlossen sind. Anlagezugang, Rückgaberegeln, Gebühren und Regulierung hängen von Produkt und Rechtsordnung ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Strategie statt Sicherheitsversprechen
  1. 1Anlagemandat prüfen
  2. 2Hebel und Liquidität verstehen
  3. 3Gebühren und Rückgaberegeln lesen
Zwei Hedgefonds können völlig unterschiedliche Risiken haben, obwohl sie dieselbe Produktbezeichnung tragen.
Auch: Hedge Fund, Alternative Investmentfonds
Siehe auch: Hedgefonds-Strategien, Short, Derivate
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

Hedgefonds-Strategien

Hedgefonds-Strategien sind unterschiedliche Ansätze, um Marktchancen und Preisunterschiede zu nutzen.

Long/Short kombiniert Kauf- und Verkaufspositionen. Global Macro setzt auf wirtschaftliche Entwicklungen, Event Driven auf Unternehmensereignisse. Eine marktneutrale Zielsetzung beseitigt weder Modell- noch Liquiditäts- oder Ausführungsrisiken. Entscheidend ist das tatsächliche Portfolio, nicht allein der Strategiename.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiele unterschiedlicher Ansätze
  1. 1Long/Short: relative Aktienentwicklung
  2. 2Global Macro: Zinsen und Währungen
  3. 3Event Driven: Unternehmensereignisse
Eine lange und eine kurze Aktienposition können unterschiedliche Bewegungen machen; ein Gewinn ist nicht garantiert.
Auch: Hedgefondstrategien, Long Short, Global Macro, Event Driven
Siehe auch: Hedgefonds, Long, Short
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

HODL

HODL bedeutet, Kryptowährungen langfristig zu halten und auch bei starken Kursverlusten nicht zu verkaufen.

Der Begriff entstand 2013 durch einen Tippfehler von „hold“ in einem Bitcoin-Forum und wird heute oft als „Hold On for Dear Life“ gedeutet.

Beispiel
💡
Trotz eines Kurssturzes von 40 % verkaufst du deine Bitcoin nicht – du „hodlst“.
Auch: Hold On for Dear Life, Hodler
Siehe auch: FOMO, FUD, Bitcoin
Grundlagen

Home Bias

Home Bias bezeichnet eine überproportionale Ausrichtung des Portfolios auf den eigenen Heimatmarkt.

Vertraute Unternehmen können verständlicher erscheinen, erhöhen aber unter Umständen Länder- und Branchenkonzentrationen. Wenn auch Arbeitsplatz oder Immobilie am selben Markt hängen, können sich wirtschaftliche Risiken zusätzlich bündeln. Die passende Streuung hängt von der gesamten Vermögenssituation ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Einseitige Ländergewichtung im Beispiel
Heimatmarkt80
Andere Märkte20
80 % des Aktienvermögens in einem Land bedeuten eine starke Konzentration; das Beispiel ist keine empfohlene Gewichtung.
Auch: Heimatmarktneigung, Domestic Bias
Siehe auch: Diversifikation, Klumpenrisiko, Portfolio
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

I

Markt & Trading

Index

Ein Index fasst die Kurse mehrerer Aktien zu einer Kennzahl zusammen und zeigt so die Entwicklung eines Marktes.

Bekannte Indizes sind der DAX (40 große deutsche Unternehmen), der S&P 500 (500 große US-Firmen) und der MSCI World. ETFs bilden solche Indizes nach.

Beispiel
💡
Steigt der DAX um 1 %, sind die 40 enthaltenen Aktien gewichtet im Schnitt um 1 % gestiegen.
Auch: Aktienindex, DAX, S&P 500, MSCI World
Siehe auch: ETF, Free Float
Notenbanken & Makro

Inflation

Inflation ist der allgemeine Anstieg der Preise – dadurch verliert Geld an Kaufkraft.

Gemessen wird sie unter anderem mit dem Verbraucherpreisindex (in den USA: CPI). Steigt die Inflation stark, erhöhen Notenbanken oft die Zinsen. Deshalb reagieren die Börsen deutlich auf neue Inflationsdaten.

Beispiel
Kaufkraft bei 3 % Inflation
heute
100 €
in 1 Jahr
103 €
in 10 Jahren
134 €
So viel kostet derselbe Einkauf – dein Geld verliert also an Wert.

Bei 3 % Inflation kostet ein Einkauf für 100 € ein Jahr später rund 103 €.

Auch: CPI, Verbraucherpreisindex, Teuerung
Siehe auch: Leitzins, FED, EZB
Grundlagen

Institutionelle Anleger

Institutionelle Anleger investieren als Organisation oder im Auftrag größerer Anlegergruppen.

Dazu zählen beispielsweise Versicherungen, Pensionsfonds und Investmentfonds. Ihre Entscheidungen folgen unterschiedlichen Mandaten, Regeln und Verpflichtungen. Ein institutioneller Kauf ist deshalb kein automatischer Qualitätsnachweis für eine Aktie und kann auch Teil einer Absicherung oder Indexabbildung sein.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Unterschiedliche Anleger, unterschiedliche Ziele
  1. 1Pensionsfonds: künftige Verpflichtungen
  2. 2Versicherer: Kapitalanlage
  3. 3Indexfonds: Index abbilden
Ein Indexfonds kauft ein Wertpapier gegebenenfalls wegen einer Indexänderung, nicht wegen einer eigenen Kaufempfehlung.
Auch: Institutionelle Investoren
Siehe auch: Investmentfonds, ETF, Benchmark
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Intraday-Handel

Intraday-Handel bezeichnet Käufe und Verkäufe innerhalb desselben Handelstags.

Beim Daytrading werden Positionen häufig vor Tagesende geschlossen. Viele kleine Transaktionen können Gebühren, Spread und Ausführungsrisiken summieren. Auch ohne Übernachtposition besteht erhebliches Verlustrisiko; bei Hebelprodukten kann es besonders hoch sein.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel eines Handelstags
  1. 109:30 Uhr Kauf
  2. 213:00 Uhr Verkauf
  3. 3Position am Abend geschlossen
Ein Tagesgewinn von 20 € vor Kosten kann durch mehrere Gebühren und Spreads deutlich kleiner werden.
Auch: Daytrading, Intraday Trading
Siehe auch: Trade, Spread, Hebel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

Investmentfonds

Ein Investmentfonds bündelt das Kapital vieler Anleger nach einer festgelegten Anlagestrategie.

Er kann etwa Aktien, Anleihen oder Immobilien halten. Fonds unterscheiden sich bei Verwaltung, Kosten, Handel und Rückgabe. Ein ETF ist eine besondere börsengehandelte Fondsform. Ob und wie Vermögen rechtlich getrennt ist, muss anhand der konkreten Fondsstruktur beurteilt werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Gemeinsam in einen Anlagekorb investieren
  1. 1Viele Anleger
  2. 2Fondsvermögen nach Strategie
  3. 3Mehrere Anlagen im Portfolio
Ein Fonds kann breit streuen, aber auch stark auf eine einzelne Branche konzentriert sein.
Auch: Fonds, Investment Fund
Siehe auch: ETF, Offene Fonds, Geschlossene Fonds
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

IPO

IPO steht für Initial Public Offering: das erstmalige öffentliche Angebot von Aktien im Zusammenhang mit einem Börsengang.

Dabei können neue Aktien oder Aktien bisheriger Eigentümer angeboten werden. Nur beim Verkauf neuer Aktien fließt der Gesellschaft entsprechend neues Eigenkapital zu. Ausgabepreis und erster Börsenkurs können erheblich voneinander abweichen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vom Angebot zum Börsenhandel
  1. 1Unternehmensinformationen und Angebot
  2. 2Preisfestsetzung und Zuteilung
  3. 3Erster Handelstag
Bei 20 € Ausgabepreis ist ein späterer Börsenkurs von 20 € weder garantiert noch eine Preisuntergrenze.
Auch: Börsengang, Initial Public Offering
Siehe auch: Zeichnen, Aktie, Eigenkapital
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

ISIN

Die ISIN ist eine weltweit eindeutige, zwölfstellige Kennnummer für ein Wertpapier.

Die ersten zwei Buchstaben stehen für das Land (z. B. DE für Deutschland, US für die USA), danach folgen neun Zeichen und eine Prüfziffer. Mit der ISIN findest du ein Wertpapier bei jedem Broker eindeutig – auch dann, wenn es mehrere Firmen mit ähnlichem Namen gibt.

Beispiel
So ist eine ISIN aufgebaut
DE
000716460
0
Land
nationale Kennung (enthält die WKN 716460)
Prüf­ziffer
Beispiel: die ISIN der SAP-Aktie.

Die ISIN der SAP-Aktie lautet DE0007164600.

Auch: International Securities Identification Number
Siehe auch: WKN, Ticker

J

Kennzahlen

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss fasst die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens für ein Geschäftsjahr nach Rechnungslegungsvorschriften zusammen.

Zu den Bestandteilen gehören je nach Unternehmen insbesondere Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang; weitere Berichte können hinzukommen. Gewinn, Verschuldung und Zahlungsströme sollten zusammen betrachtet werden. Eine Prüfung bedeutet keine Garantie für die künftige Unternehmensentwicklung.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Drei unterschiedliche Blickwinkel
  1. 1Bilanz: Vermögen und Finanzierung
  2. 2GuV: Erträge und Aufwendungen
  3. 3Kapitalflussrechnung: Zahlungen
Ein Unternehmen kann einen Gewinn ausweisen und zugleich wenig Geld aus dem laufenden Geschäft erhalten.
Auch: Annual Report, Bilanz, GuV
Siehe auch: Cashflow, Eigenkapital, Earnings
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Joint Venture

Ein Joint Venture ist ein gemeinsam getragenes Unternehmen oder Vorhaben mehrerer Partner.

Die Beteiligten teilen beispielsweise Kapital, Technologie, Vertrieb oder Projektrisiken. Stimmrechte und Ergebnisverteilung ergeben sich aus den Vereinbarungen. Gemeinsame Ziele verhindern weder Interessenkonflikte noch wirtschaftliche Verluste.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Gemeinsames Projekt zweier Partner
  1. 1Partner A: Technologie
  2. 2Gemeinsames Unternehmen
  3. 3Partner B: Kapital und Vertrieb
Bei je 50 % Beteiligung müssen wichtige Entscheidungen möglicherweise gemeinsam getroffen werden.
Auch: Gemeinschaftsunternehmen
Siehe auch: Eigenkapital, Aktionär
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

K

Grundlagen

Kapitalmarkt

Am Kapitalmarkt werden mittel- und langfristige Finanzierungsansprüche wie Aktien und Anleihen angeboten und gehandelt.

Der Primärmarkt betrifft neue Emissionen; am Sekundärmarkt wechseln bereits bestehende Wertpapiere den Besitzer. Ein Börsenkauf einer vorhandenen Aktie überweist das Geld daher normalerweise dem Verkäufer und nicht unmittelbar dem Unternehmen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Neu ausgeben oder weiterhandeln
  1. 1Primärmarkt: Emission
  2. 2Unternehmen erhält gegebenenfalls Kapital
  3. 3Sekundärmarkt: Handel zwischen Anlegern
Ein Aktienkauf an der Börse ist etwas anderes als die Zeichnung neu ausgegebener Aktien.
Auch: Primärmarkt, Sekundärmarkt
Siehe auch: Aktie, Anleihen, IPO
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

KGV

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) zeigt, das Wievielfache seines Jahresgewinns ein Unternehmen an der Börse kostet.

Man berechnet es, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Ein niedriges KGV kann auf eine günstige Bewertung hindeuten, ein hohes KGV auf hohe Wachstumserwartungen. Vergleiche sind vor allem innerhalb derselben Branche sinnvoll. Macht ein Unternehmen Verluste, gibt es kein sinnvolles KGV.

Beispiel
So wird das KGV berechnet
100 €
Aktienkurs
÷
5 €
Gewinn je Aktie
=
20
KGV
KGV 20 ▼
unter 10
10–20
20–35
über 35
Faustregel: Ein KGV über 20 zeigt hohe Erwartungen – Vergleiche aber immer innerhalb der Branche.

Kostet eine Aktie 100 € und das Unternehmen verdient 5 € je Aktie, liegt das KGV bei 20.

Auch: Kurs-Gewinn-Verhältnis, P/E Ratio, PE
Siehe auch: EPS, KUV, Marktkapitalisierung
Grundlagen

Klumpenrisiko

Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil des Vermögens in einer einzigen Anlage, Branche oder Region steckt.

Läuft es bei diesem einen Wert schlecht, trifft es das ganze Depot stark. Typisch sind Depots mit nur einer Aktie, nur Tech-Werten oder fast ausschließlich Kryptowährungen.

Beispiel
Depot mit Klumpenrisiko
Aktie A
80 %
Aktie B
10 %
Aktie C
10 %
Läuft es bei Aktie A schlecht, trifft es fast das ganze Depot.

Wer 80 % seines Depots in einer einzelnen Aktie hält, hat ein hohes Klumpenrisiko.

Siehe auch: Diversifikation
Derivate

Knock-out-Zertifikat

Ein Knock-out-Zertifikat ist ein Hebelprodukt, das wertlos verfällt, sobald der Basiswert eine bestimmte Schwelle (Knock-out-Barriere) erreicht.

Es gibt Long-Varianten (Wette auf steigende Kurse) und Short-Varianten (fallende Kurse). Je näher die Barriere am aktuellen Kurs liegt, desto höher der Hebel – und desto größer das Risiko eines Totalverlusts.

Beispiel
Long-Knock-out mit Barriere bei 90 €
Barriere 90 €Knock-out – wertlos
Auch wenn die Aktie danach wieder steigt: Das Zertifikat bleibt wertlos.

Ein Long-Knock-out auf eine Aktie mit Barriere bei 90 € wird wertlos, wenn die Aktie auf 90 € fällt.

Auch: Turbo, Knock-out, Mini-Future
Siehe auch: Hebel, Optionsschein
Markt & Trading

Korrektur

Eine Korrektur ist ein vorübergehender Kursrückgang nach einem Anstieg, meist um 10 bis 20 %.

Korrekturen gehören zum normalen Börsengeschehen und bauen oft Übertreibungen ab. Fallen die Kurse um mehr als 20 % und bleibt die Stimmung lange negativ, spricht man von einem Bärenmarkt.

Beispiel
Eine Korrektur um 10 %
Hoch−10 %

Ein Index steigt auf 20.000 Punkte und fällt danach auf 18.000 – das ist eine Korrektur von 10 %.

Auch: Rücksetzer, Pullback
Siehe auch: Bärisch, Rally, Buy the Dip
Krypto

Kryptowährungen

Kryptowährungen sind digitale Werteinheiten, deren Übertragung kryptografisch abgesichert wird.

Viele nutzen eine Blockchain oder ein anderes verteiltes Register. Eigenschaften, Rechte und technische Risiken unterscheiden sich stark. Eine bekannte Bezeichnung oder Börsennotierung sichert weder den Wert noch die Funktionsfähigkeit; neben Kursschwankungen sind unter anderem Schlüsselverlust und technische Angriffe möglich.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Digitale Übertragung im Netzwerk
  1. 1Transaktion signieren
  2. 2Netzwerk verarbeitet sie
  3. 3Registerzustand verändert sich
Eine Wallet verwaltet in vielen Systemen Schlüssel, nicht physisch hinterlegte Münzen.
Auch: Kryptowährung, Crypto, Kryptowerte
Siehe auch: Bitcoin, Blockchain, Wallet
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Kurs-Buchwert-Verhältnis

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis vergleicht den Aktienkurs mit dem bilanziellen Eigenkapital je Aktie.

Alternativ lässt es sich als Marktkapitalisierung geteilt durch das entsprechende Eigenkapital berechnen. Ein niedriger Wert ist nicht automatisch günstig: Vermögensqualität, Ertragskraft und Bilanzierungsregeln sind wichtig. Bei negativem Eigenkapital ist die übliche Interpretation nicht sinnvoll.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
KBV im Rechenbeispiel
30 € Aktienkurs / 20 € Buchwert je Aktie = 1,5
Ein KBV von 1,5 bedeutet: Der Börsenpreis entspricht dem 1,5-Fachen dieses bilanziellen Buchwerts.
Auch: KBV, Price to Book, P/B
Siehe auch: Eigenkapital, KGV, Marktkapitalisierung
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

KUV

Das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) setzt den Börsenwert eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Jahresumsatz.

Das KUV ist besonders bei Wachstumsunternehmen nützlich, die noch keinen Gewinn machen und daher kein sinnvolles KGV haben. Auch hier gilt: Vergleiche lohnen sich vor allem innerhalb einer Branche.

Beispiel
💡
Ein Unternehmen mit 10 Mrd. € Börsenwert und 2 Mrd. € Umsatz hat ein KUV von 5.
Auch: Kurs-Umsatz-Verhältnis, Price-to-Sales, P/S
Siehe auch: KGV, Marktkapitalisierung

L

Krypto

Layer 1

Ein Layer 1 ist eine eigenständige Blockchain mit eigenem Netzwerk, zum Beispiel Bitcoin, Ethereum oder Solana.

Layer-2-Lösungen bauen auf einem Layer 1 auf und machen Transaktionen schneller und günstiger. Layer-1-Coins werden oft danach bewertet, wie viele Anwendungen und Nutzer ihr Netzwerk hat.

Beispiel
💡
Ethereum ist ein Layer 1, Arbitrum ist ein Layer 2 auf Ethereum.
Auch: Layer-1-Blockchain, Layer 2
Siehe auch: Blockchain, Smart Contract, Altcoin
Notenbanken & Makro

Leitzins

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Banken Geld bei der Notenbank leihen oder dort anlegen können.

Über den Leitzins steuern Notenbanken wie FED und EZB die Inflation und die Wirtschaft. Steigende Zinsen machen Kredite teurer und belasten oft Aktien und Kryptowährungen, sinkende Zinsen wirken meist unterstützend.

Beispiel
💡
Senkt die FED den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte, steigen die Börsen häufig kurz danach.
Auch: Zinsentscheid, Leitzinsen
Siehe auch: FED, EZB, Inflation
Markt & Trading

Limit-Order

Mit einer Limit-Order legst du fest, zu welchem Höchstpreis du kaufen bzw. zu welchem Mindestpreis du verkaufen willst.

Der Auftrag wird nur ausgeführt, wenn der Kurs dein Limit erreicht. So schützt du dich vor ungünstigen Kursen, besonders bei schwankenden oder wenig gehandelten Werten. Das Gegenstück ist die Market-Order, die sofort zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt wird.

Beispiel
Kauf-Limit bei 49 €
Limit 49 €Kauf ausgeführt

Kauf-Limit 49 € bei einem Kurs von 50 €: Der Kauf erfolgt erst, wenn die Aktie auf 49 € fällt.

Auch: Limit, Market-Order, Bestens
Siehe auch: Stop-Loss, Spread
Kennzahlen

Liquide Mittel

Liquide Mittel sind unmittelbar verfügbare Zahlungsmittel und je nach Bilanzierung kurzfristige Zahlungsmitteläquivalente.

Sie helfen, laufende Zahlungen zu leisten. Der ausgewiesene Betrag muss zusammen mit Verfügungsbeschränkungen, Schuldenfälligkeiten und Finanzierungsbedarf gelesen werden. Ein hoher Kassenbestand allein macht eine Aktie weder billig noch ein Unternehmen dauerhaft zahlungsfähig.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vereinfachte Nettobetrachtung
50 Mio. € liquide Mittel − 30 Mio. € Finanzschulden = 20 Mio. €
Nur ein vereinfachtes Beispiel; eine reale Nettofinanzposition kann weitere Posten enthalten.
Auch: Cash, Zahlungsmittel, Cash Equivalents
Siehe auch: Cashflow, Fremdkapital, Jahresabschluss
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Long

Long gehen bedeutet, auf steigende Kurse zu setzen – also ein Wertpapier zu kaufen in der Erwartung, dass es teurer wird.

Wer einfach Aktien kauft und hält, ist long. Mit Hebelprodukten kann man auch gehebelt long gehen, dann wirken sich Kursbewegungen verstärkt aus.

Beispiel
📈 Long
Kauf 50 €60 €
Gewinn, wenn der Kurs steigt: +10 €
📉 Short
Short 100 €80 €
Gewinn, wenn der Kurs fällt: +20 €

Du kaufst eine Aktie für 50 € und verkaufst sie später für 60 € – deine Long-Position hat 10 € Gewinn gebracht.

Auch: Long-Position, long gehen
Siehe auch: Short, Bullisch, Hebel

M

Kennzahlen

Magic Number

Die SaaS Magic Number ist eine Kennzahl für die Effizienz von Vertriebs- und Marketingausgaben bei Abo-Geschäftsmodellen.

Eine verbreitete Variante setzt das annualisierte Wachstum des wiederkehrenden Quartalsumsatzes ins Verhältnis zu den Vertriebs- und Marketingausgaben des Vorquartals. Definitionen unterscheiden sich. Die Zahl ist weder Gewinnmarge noch eine universelle Qualitätsgrenze; Bindung, Marge und Zahlungsströme müssen mitgeprüft werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Eine verbreitete Berechnungsvariante
(1,2 − 1,0) Mio. € × 4 / 0,8 Mio. € = 1,0
Das Beispiel verwendet wiederkehrende Quartalsumsätze und die Vertriebs-/Marketingausgaben des Vorquartals; andere Definitionen können abweichen.
Auch: SaaS Magic Number, Sales Efficiency
Siehe auch: Rule of 40, Cashflow
Vertiefung: Swiss Startup Association: SaaS-Kennzahlen
Kennzahlen

Marktkapitalisierung

Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens: Aktienkurs mal Anzahl aller Aktien.

Sie zeigt, wie viel der Markt für das gesamte Unternehmen bezahlt. Nach ihr werden Firmen in Large Caps (sehr groß), Mid Caps und Small Caps (klein) eingeteilt. Bei Kryptowährungen berechnet man sie aus Kurs mal umlaufender Menge an Coins.

Beispiel
So entsteht der Börsenwert
1 Mrd.
Aktien
×
50 €
Kurs
=
50 Mrd. €
Marktkapitalisierung
50 Mrd. € ▼
Small Cap < 2 Mrd.
Mid Cap
Large Cap > 10 Mrd.

1 Mrd. Aktien zu je 50 € ergeben eine Marktkapitalisierung von 50 Mrd. €.

Auch: Börsenwert, Market Cap, Börsenkapitalisierung
Siehe auch: Small Cap, KGV, Aktie
Markt & Trading

Meme-Aktie

Eine Meme-Aktie erhält besonders viel Aufmerksamkeit durch soziale Medien und Online-Gemeinschaften.

Hohe Aufmerksamkeit kann Handelsvolumen und Kursschwankungen verstärken. Sie ersetzt keine Unternehmensbewertung. Ein möglicher Short Squeeze, schlechte Liquidität oder eine später nachlassende Nachfrage können die Risiken zusätzlich erhöhen; ein ähnlicher Name sagt wenig über die tatsächlichen Unternehmen aus.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Aufmerksamkeit kann starke Schwankungen begleiten
Aufmerksamkeit kann starke Schwankungen begleiten – schematische Werte: 20;23;40;75;48;61;27;18Zeit → · schematischer Verlauf
Schematischer Verlauf ohne Bezug zu einer realen Aktie. Große Ausschläge sind kein Gewinnversprechen.
Auch: Meme Stock, Meme Aktie
Siehe auch: Short Squeeze, FOMO, Pump and Dump
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

Meme Coin

Ein Meme Coin ist eine Kryptowährung, deren Wert vor allem auf Internet-Humor, Hype und Community basiert – meist ohne echtes Geschäftsmodell.

Bekannte Beispiele sind Dogecoin, Shiba Inu oder Pepe. Meme Coins können sich in kurzer Zeit vervielfachen, aber auch fast komplett an Wert verlieren. Sie sind besonders anfällig für Pump-and-Dump-Aktionen.

Beispiel
💡
Ein neuer Coin mit Frosch-Logo steigt nach einem viralen Tweet um 500 % und verliert eine Woche später 80 %.
Auch: Memecoin, Meme-Token
Siehe auch: Altcoin, Pump and Dump, FOMO
ETFs & Fonds

MSCI World

Der MSCI World ist ein Aktienindex für große und mittelgroße Unternehmen aus entwickelten Märkten.

Trotz „World“ im Namen erfasst er nicht sämtliche Länder und Unternehmen. Schwellenländer sind in diesem Index nicht enthalten. Seine Länder- und Branchengewichte verändern sich; hohe Konzentrationen können auch in einem breit wirkenden Index entstehen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Was „World“ hier umfasst
  1. 1Entwickelte Aktienmärkte
  2. 2Große und mittlere Unternehmen
  3. 3Schwellenländer nicht enthalten
Ein MSCI-World-ETF ist deshalb nicht automatisch mit einem All-Country- oder Gesamtmarkt-ETF gleichzusetzen.
Auch: MSCI World Index
Siehe auch: Index, ETF, Diversifikation
Vertiefung: MSCI: Indexbeschreibung

N

Markt & Trading

Nachbörse

Nachbörse bezeichnet den Handel nach der regulären Hauptsitzung eines betrachteten Marktes.

Die genaue Abgrenzung hängt vom Handelsplatz und Instrument ab. Außerhalb der Hauptsitzung können weniger Teilnehmer, größere Spreads und stärkere Preissprünge auftreten. Ein nachbörslicher Kurs muss nicht dem nächsten offiziellen Eröffnungskurs entsprechen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Drei Phasen einer Handelssitzung
  1. 1Vorbörse
  2. 2Reguläre Hauptsitzung
  3. 3Nachbörse
Eine Ergebnisveröffentlichung nach Handelsschluss kann den nachbörslichen Kurs bewegen; die nächste Eröffnung bleibt offen.
Auch: After Hours, After-Market
Siehe auch: Handelszeiten, Spread, Realtime-Kurs
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Nasdaq

Nasdaq bezeichnet unter anderem einen US-Börsenbetreiber und den zugehörigen Aktienhandelsplatz.

Davon zu unterscheiden sind Indizes wie Nasdaq Composite und Nasdaq-100. Der Nasdaq-100 folgt eigenen Auswahlregeln und ist nicht einfach die Liste sämtlicher an der Nasdaq notierter Aktien. Auch ein technologiebetonter Index enthält unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Handelsplatz ist nicht gleich Index
  1. 1Nasdaq: Börsenbetreiber und Handelsplatz
  2. 2Nasdaq Composite: breiter Index
  3. 3Nasdaq-100: eigene Auswahlregeln
„An der Nasdaq notiert“ bedeutet nicht automatisch „im Nasdaq-100 enthalten“.
Auch: NASDAQ, Nasdaq 100, Nasdaq Composite
Siehe auch: Index, New York Stock Exchange, FAANG-Aktien
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

New York Stock Exchange

Die New York Stock Exchange, kurz NYSE, ist ein großer US-Aktienhandelsplatz.

Ein Handelsplatz organisiert den Kauf und Verkauf zugelassener Wertpapiere. Er ist nicht mit einem bestimmten Aktienindex gleichzusetzen. Für Anleger sind unter anderem Zulassung, Marktmodell, Handelssitzungen, Kosten und die Ausführung über ihren Broker relevant.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vom Auftrag zum Börsenhandel
  1. 1Anleger gibt Order
  2. 2Broker leitet sie weiter
  3. 3Handelsplatz führt zusammen
Eine an der NYSE notierte Aktie kann zusätzlich an anderen Handelsplätzen handelbar sein.
Auch: NYSE, New Yorker Börse
Siehe auch: Börse, Nasdaq, Broker
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Nifty Fifty

„Nifty Fifty“ bezeichnet historisch eine informelle Gruppe besonders beliebter großer US-Wachstumsaktien.

Der Ausdruck wird vor allem mit den 1960er- und frühen 1970er-Jahren verbunden; es gab keine einheitliche verbindliche Mitgliederliste. Davon zu unterscheiden ist der heutige indische NIFTY 50, ein regelbasierter Aktienindex. Ähnliche Namen meinen hier unterschiedliche Dinge.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Zwei Begriffe auseinanderhalten
  1. 1Nifty Fifty: historische US-Bezeichnung
  2. 2Keine einheitliche offizielle Liste
  3. 3NIFTY 50: heutiger indischer Index
Im jeweiligen Text prüfen, ob US-Börsengeschichte oder der indische Aktienindex gemeint ist.
Auch: Nifty 50, NIFTY50
Siehe auch: Blue Chips, Index, Spekulationsblase
Vertiefung: NSE: Abgrenzung zum indischen NIFTY 50

O

ETFs & Fonds

Offene Fonds

Offene Fonds können grundsätzlich fortlaufend Anteile ausgeben und nach ihren Bedingungen zurücknehmen.

Die Rückgabe richtet sich nach Produkt, Fristen und geltendem Recht. Bei offenen Immobilienfonds oder in Ausnahmesituationen können besondere Haltefristen, Rückgabefristen oder Aussetzungen relevant sein. „Offen“ bedeutet daher nicht, dass jede Auszahlung jederzeit garantiert ist.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Grundprinzip eines offenen Fonds
  1. 1Anteile erwerben
  2. 2Fonds hält Anlagen
  3. 3Rückgabe nach Fondsbedingungen
Ein börslicher Verkauf und eine Rückgabe an die Fondsgesellschaft sind unterschiedliche Wege mit unterschiedlichen Preisen und Kosten.
Auch: Offener Fonds, Open-End-Fonds
Siehe auch: Investmentfonds, Geschlossene Fonds, ETF
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

Option

Eine Option gibt ihrem Käufer ein vertragliches Kauf- oder Verkaufsrecht auf einen Basiswert.

Ein Call ist ein Kaufrecht, ein Put ein Verkaufsrecht. Dafür wird eine Prämie gezahlt. Der Käufer kann die Prämie vollständig verlieren. Der Verkäufer übernimmt eine Verpflichtung; besonders ungedeckte verkaufte Calls können theoretisch unbegrenzt hohe Verluste verursachen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Call am Verfall: vereinfachter Gewinn
Aktienkurs 115 € − Basispreis 100 € − Prämie 5 € = 10 €
Beispiel pro Aktie, Bezugsverhältnis 1:1, ohne Gebühren; bei 100 € oder weniger verfällt dieser Call wertlos.
Auch: Call, Put, Optionsrecht
Siehe auch: Delta, Optionsschein, Derivate
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

Optionsschein

Ein Optionsschein ist ein Hebelprodukt, das dem Inhaber das Recht gibt, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

Der Preis eines Optionsscheins hängt neben dem Kurs des Basiswerts auch von Laufzeit und Volatilität ab. Mit der Zeit verliert er an Wert (Zeitwertverlust). Bis zum Laufzeitende kann er wertlos werden.

Beispiel
💡
Du kaufst einen Call auf eine Aktie mit Basispreis 100 € – steigt die Aktie deutlich über 100 €, gewinnt der Schein stark an Wert.
Auch: Call, Put, Warrant, Option
Siehe auch: Hebel, Knock-out-Zertifikat, Volatilität
Krypto

Optionsverfall

Beim Optionsverfall laufen viele Optionen gleichzeitig aus. Bei Bitcoin und Ether passiert das am letzten Freitag jedes Monats auf der Börse Deribit.

Rund um große Verfallstermine kann es zu stärkeren Kursschwankungen kommen, weil Marktteilnehmer ihre Positionen absichern oder auflösen. Auch an den Aktienmärkten gibt es Verfallstage, zum Beispiel den großen Verfall am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember.

Beispiel
💡
Am letzten Freitag im Monat verfallen Bitcoin-Optionen im Wert von mehreren Milliarden Dollar.
Auch: Verfallstag, Hexensabbat, Options Expiry
Siehe auch: Optionsschein, Volatilität
Markt & Trading

Over-the-Counter-Markt

Over the Counter (OTC) bezeichnet außerbörslichen Handel.

Geschäfte werden außerhalb einer Börse zwischen den jeweiligen Handelspartnern abgeschlossen. Je nach Instrument und Markt unterscheiden sich Transparenz, Preisstellung, Vertragsgestaltung und Gegenparteirisiken. OTC ist weder automatisch unreguliert noch grundsätzlich eine günstige Alternative zum Börsenhandel.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Außerhalb einer Börse handeln
  1. 1Anfrage beim Handelspartner
  2. 2Preis und Bedingungen
  3. 3Außerbörslicher Abschluss
Bei einem konkreten Geschäft immer Handelsplatz, Vertragspartner und Ausführungskosten prüfen.
Auch: OTC, außerbörslich
Siehe auch: Börse, Spread, Derivate
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

P

Markt & Trading

Pennystock

Ein Pennystock ist eine Aktie mit sehr niedrigem Kurs, meist unter 1 € bzw. 5 $, oft von kleinen Unternehmen.

Pennystocks schwanken extrem und werden oft wenig gehandelt. Sie sind anfällig für Manipulation (z. B. Pump & Dump). Wer investiert, sollte nur Geld einsetzen, dessen Totalverlust er verkraften kann.

Beispiel
Typischer Kursverlauf eines Pennystocks
0,30 €+86 %−52 %

Eine Aktie für 0,30 € steigt an einem Tag um 50 % – und fällt am nächsten wieder um 40 %.

Auch: Penny Stock, Micro Cap
Siehe auch: Volatilität, Small Cap, Pump and Dump
Markt & Trading

Pips

Ein Pip ist eine gebräuchliche kleine Preiseinheit im Devisenhandel.

Bei vielen Währungspaaren entspricht ein Pip der vierten Nachkommastelle, bei Yen-Paaren häufig der zweiten. Broker können zusätzlich Bruchteile von Pips anzeigen. Der Geldwert hängt von Währungspaar, Positionsgröße und Kontowährung ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
EUR/USD im Beispiel
1,1000 → 1,1010 = 10 Pips
Bei einer Position von 10.000 EUR entsprechen 10 Pips hier 10 USD vor Kosten und gegebenenfalls Umrechnung.
Auch: Pip, Percentage in Point
Siehe auch: Spread, Hebel, Trade
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Portfolio

Ein Portfolio ist die Gesamtheit der betrachteten Anlagen eines Anlegers oder Fonds.

Dazu können Aktien, Anleihen, Fonds, Geldmittel und weitere Vermögenswerte gehören. Für das Risiko zählen nicht nur die Anzahl der Positionen, sondern auch ihre Gewichte und gemeinsamen Einflussfaktoren. Viele ähnliche Aktien können trotzdem ein konzentriertes Portfolio bilden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel einer Vermögensaufteilung
Aktien50
Anleihen30
Geldmittel20
Fiktive Prozentgewichte zur Erklärung, keine empfohlene Aufteilung für eine bestimmte Person.
Auch: Anlageportfolio, Depotzusammensetzung
Siehe auch: Diversifikation, Klumpenrisiko, Home Bias
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Pump and Dump

Pump and Dump ist eine Betrugsmasche: Ein Kurs wird künstlich hochgetrieben („Pump“), dann verkaufen die Initiatoren mit Gewinn („Dump“).

Typisch sind übertriebene Empfehlungen in Chats, Foren oder per E-Mail für kaum bekannte Aktien oder Coins. Wer zu spät einsteigt, bleibt auf hohen Verlusten sitzen.

Beispiel
💡
In einer Telegram-Gruppe wird ein kleiner Coin gehypt, er steigt um 200 % und bricht dann innerhalb von Stunden ein.
Auch: Pump & Dump
Siehe auch: Pennystock, Meme Coin, FOMO

R

Markt & Trading

Rally

Eine Rally ist ein kräftiger Kursanstieg in kurzer Zeit.

Rallys entstehen oft nach guten Nachrichten, überraschenden Zahlen oder Zinssenkungen. Eine Jahresendrally beschreibt steigende Kurse in den letzten Wochen eines Jahres.

Beispiel
Eine Rally
Start+63 %

Nach einer Zinssenkung steigt der Nasdaq innerhalb einer Woche um 6 %.

Auch: Kursrally, Jahresendrally
Siehe auch: Bullisch, Korrektur
Markt & Trading

Realtime-Kurs

Ein Realtime-Kurs ist ein Kurswert, der ohne die übliche planmäßige Verzögerung bereitgestellt wird.

Trotzdem können Übertragungszeiten oder andere Anzeigeeffekte bestehen. Wichtig sind Zeitstempel, Handelsplatz und Kursart: letzter Umsatz, Geldkurs und Briefkurs sind nicht dasselbe. Ein angezeigter Realtime-Kurs garantiert daher keine Ausführung einer Order zu diesem Preis.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Drei Angaben gemeinsam lesen
  1. 1Welcher Handelsplatz?
  2. 2Welche Kursart?
  3. 3Welcher Zeitstempel?
Ein letzter Umsatz um 12:00 Uhr ist nicht automatisch das aktuelle Angebot für eine neue große Kauforder.
Auch: Echtzeitkurs, Real Time
Siehe auch: Geldkurs, Briefkurs, Handelszeiten
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

REIT

Ein REIT ist eine Immobiliengesellschaft mit einem besonderen, gesetzlich geregelten Status.

Viele REITs sind börsennotiert und halten beispielsweise Gewerbe- oder Wohnimmobilien. Ausschüttungs- und Steuerregeln unterscheiden sich nach Land. Hohe Ausschüttungen sind keine Garantie für stabile Kurse; Zinsen, Verschuldung, Vermietung und Immobilienbewertungen sind wichtige Einflussgrößen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Immobilienerträge über eine Gesellschaft
  1. 1Mieter zahlen Mieten
  2. 2Gesellschaft trägt Kosten und Finanzierung
  3. 3Ausschüttung nach Ergebnis und Regeln
Auch bei laufender Ausschüttung kann der Börsenkurs eines REITs deutlich fallen.
Auch: Real Estate Investment Trust
Siehe auch: Dividende, Zins, Fremdkapital
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Rendite

Die Rendite ist der Ertrag einer Geldanlage, meist in Prozent pro Jahr ausgedrückt.

Bei Aktien setzt sich die Rendite aus Kursgewinnen und Dividenden zusammen. Wichtig ist der Unterschied zwischen Gesamtrendite und jährlicher Rendite: 50 % in fünf Jahren entsprechen etwa 8,4 % pro Jahr.

Beispiel
Rendite einer Beispiel-Aktie
Kaufpreis
100 €
Kursgewinn
+10 €
Dividende
+3 €
Gesamtrendite: +13 % (13 € Ertrag auf 100 € Einsatz).

Du kaufst eine Aktie für 100 €, erhältst 3 € Dividende und verkaufst sie für 110 € – die Rendite beträgt 13 %.

Auch: Performance, Ertrag
Siehe auch: Dividendenrendite, Volatilität
Notenbanken & Makro

Rezession

Eine Rezession ist ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung, oft definiert als zwei Quartale mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt in Folge.

In Rezessionen sinken häufig Unternehmensgewinne und Aktienkurse, Notenbanken senken dann oft die Zinsen. Börsen nehmen Rezessionen allerdings meist schon vorweg.

Beispiel
💡
Schrumpft die Wirtschaft im ersten und zweiten Quartal, spricht man von einer technischen Rezession.
Auch: Wirtschaftsabschwung, technische Rezession
Siehe auch: Leitzins, Inflation
ETFs & Fonds

Robo-Advisor

Ein Robo-Advisor bietet eine weitgehend digital organisierte Geldanlage nach festgelegten Verfahren.

Je nach Angebot gehören Risikofragebogen, Portfolioauswahl, Verwaltung und Anpassung dazu. Umfang der Beratung und Vertragsverantwortung unterscheiden sich. Verwaltungsgebühren, Produktkosten, Risiken und Grenzen der Automatisierung sollten gemeinsam geprüft werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beispiel einer digitalen Vermögensverwaltung
  1. 1Ziele und Risikoangaben
  2. 2Portfolio nach Verfahren
  3. 3Überwachung und Anpassung
Ein automatisch verwaltetes Portfolio kann Verluste erleiden; „digital“ bedeutet nicht „risikofrei“.
Auch: Digitale Vermögensverwaltung
Siehe auch: Portfolio, ETF, Diversifikation
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

RSI

Der RSI (Relative-Stärke-Index) ist ein Indikator, der anzeigt, ob eine Aktie überkauft oder überverkauft sein könnte.

Der RSI bewegt sich zwischen 0 und 100. Werte über 70 gelten als überkauft, Werte unter 30 als überverkauft. Ein Signal allein reicht aber nicht – in starken Trends kann eine Aktie lange überkauft bleiben.

Beispiel
RSI-Skala
RSI 82 ▼
0–30 überverkauft
30–70 neutral
70–100 überkauft
Ein RSI von 82 deutet auf eine überhitzte Aktie hin – eine Verschnaufpause ist möglich, aber nicht sicher.

Nach einer Rally steht der RSI bei 82 – die Aktie gilt als überkauft, eine Verschnaufpause ist möglich.

Auch: Relative Strength Index, überkauft, überverkauft
Siehe auch: Gleitender Durchschnitt, Volatilität
Kennzahlen

Rule of 40

Die Rule of 40 verbindet Umsatzwachstum und eine Gewinn- oder Cashflow-Marge als grobe SaaS-Faustregel.

Häufig werden Wachstumsrate und Free-Cashflow-Marge addiert. Andere Anwender nutzen andere Margen. Zeitraum und Definition müssen deshalb gleich sein, bevor Firmen verglichen werden. Eine Summe von 40 oder mehr ist kein Beweis für einen fairen Aktienpreis.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Wachstum und Marge zusammen
25 % Umsatzwachstum + 15 % FCF-Marge = 40
Die Summe beträgt 40 Prozentpunkte. Sie ist eine Faustregel, keine Rendite und kein allgemeines Kaufkriterium.
Auch: 40er-Regel, SaaS Rule of 40
Siehe auch: Magic Number, Cashflow, KUV
Vertiefung: Bessemer Venture Partners: SaaS-Kennzahlen

S

Grundlagen

Schwarzer Donnerstag

Der Schwarze Donnerstag bezeichnet im US-Börsenkontext den 24. Oktober 1929.

Er gehört zur frühen Phase des Börsenkrachs von 1929. Weitere besonders schwere Handelstage folgten am 28. und 29. Oktober. Tagesbezeichnungen und zeitgenössische Berichte können sich zwischen Ländern unterscheiden; deshalb das konkrete Datum mitlesen.

Beispiel
Historische Einordnung
Daten des US-Börsenkrachs
  1. 124.10.1929: Schwarzer Donnerstag
  2. 228.10.1929: schwerer Kurssturz
  3. 329.10.1929: Schwarzer Dienstag
Historische Einordnung; nicht mit dem weltweiten Kurssturz vom Oktober 1987 gleichsetzen.
Auch: Black Thursday, Börsenkrach 1929
Siehe auch: Schwarzer Montag, Spekulationsblase
Vertiefung: Federal Reserve History: Börsenkrach 1929
Grundlagen

Schwarzer Montag

Mit Schwarzem Montag ist häufig der weltweite Börsensturz vom 19. Oktober 1987 gemeint.

Der Dow Jones verlor damals an einem Tag rund 22,6 %. Die Bezeichnung wurde auch für andere Ereignisse verwendet, etwa den 28. Oktober 1929. Zur eindeutigen Zuordnung gehören deshalb Datum und betrachteter Markt.

Beispiel
Historische Einordnung
Dow Jones am 19. Oktober 1987, normiert
Vorher100
Nach Tagesverlust77,4
100 × (1 − 22,6 %) = 77,4. Dies illustriert den historischen prozentualen Rückgang, nicht den damaligen Punktestand.
Auch: Black Monday, Börsenkrach 1987
Siehe auch: Schwarzer Donnerstag, Volatilität, Korrektur
Vertiefung: Federal Reserve History: Börsenkrach 1987
Grundlagen

Shareholder Value

Shareholder Value bezeichnet den wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens für seine Eigentümer.

Eine daran ausgerichtete Führung soll den Unternehmenswert für Aktionäre steigern. Langfristiger Wert entsteht nicht zwingend durch kurzfristig hohe Ausschüttungen oder einen einzelnen Quartalsgewinn. Finanzierung, Investitionen, Risiken und nachhaltige Ertragskraft sind mitzubeurteilen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Mögliche Treiber langfristigen Eigentümerwerts
  1. 1Wirtschaftlich sinnvolle Investitionen
  2. 2Tragfähige Zahlungsströme
  3. 3Kapital verantwortungsvoll verwenden
Ein Rückkauf zu einem überhöhten Preis kann trotz kurzfristig höherem EPS Wert vernichten.
Auch: Aktionärswert, Eigentümerwert
Siehe auch: Aktionär, Aktienrückkauf, Stakeholder Value
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Kennzahlen

Sharpe-Ratio

Die Sharpe-Ratio setzt die Überschussrendite einer Anlage ins Verhältnis zu ihrer Renditeschwankung.

Rendite, als risikofrei angenommener Referenzzins und Standardabweichung müssen auf denselben Zeitraum bezogen sein. Die Kennzahl erfasst nicht jedes Risiko, etwa Liquiditätsengpässe oder asymmetrische Extremverluste. Vergleiche über unterschiedliche Datenzeiträume oder mit negativen Überschussrenditen sind besonders vorsichtig zu lesen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ein vereinfachtes Jahresbeispiel
(8 % Rendite − 2 % Vergleichszins) / 12 % Schwankung = 0,5
Die verwendete Schwankung ist hier die annualisierte Standardabweichung der Renditen, nicht die Kursspanne.
Auch: Sharpe Ratio, risikobereinigte Rendite
Siehe auch: Rendite, Volatilität, Benchmark
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Short

Short gehen bedeutet, auf fallende Kurse zu setzen. Man verdient, wenn der Kurs sinkt.

Privatanleger gehen meist über Derivate wie Optionsscheine oder Knock-out-Zertifikate short. Profis leihen sich Aktien, verkaufen sie und kaufen sie später günstiger zurück (Leerverkauf). Short-Positionen sind riskant, weil Kurse theoretisch unbegrenzt steigen können.

Beispiel
📈 Long
Kauf 50 €60 €
Gewinn, wenn der Kurs steigt: +10 €
📉 Short
Short 100 €80 €
Gewinn, wenn der Kurs fällt: +20 €

Du gehst bei 100 € short, der Kurs fällt auf 80 € – damit hast du 20 € pro Aktie gewonnen.

Auch: Short-Position, Leerverkauf, Shorten
Siehe auch: Long, Bärisch, Short Squeeze
Markt & Trading

Short Squeeze

Ein Short Squeeze ist ein schneller, starker Kursanstieg, weil viele Leerverkäufer gleichzeitig Aktien zurückkaufen müssen.

Steigt der Kurs einer stark geshorteten Aktie, geraten Leerverkäufer unter Druck und müssen ihre Positionen schließen – also kaufen. Diese zusätzliche Nachfrage treibt den Kurs weiter nach oben. Bekanntes Beispiel ist GameStop im Jahr 2021.

Beispiel
Verlauf eines Short Squeeze
gute NewsLeerverkäufer kaufen zurück

Eine Aktie mit hoher Short-Quote steigt nach guten News um 20 %, Leerverkäufer kaufen panisch zurück, am Ende steht ein Plus von 80 %.

Auch: Squeeze
Siehe auch: Short, Volatilität
Markt & Trading

Small Cap

Small Caps sind Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung, also kleine börsennotierte Firmen.

Die Grenzen sind nicht fest, oft gelten Firmen unter 2 Mrd. $ Börsenwert als Small Caps. Sie bieten oft mehr Wachstumspotenzial, sind aber auch schwankungsanfälliger als große Konzerne (Large Caps).

Beispiel
💡
Ein Spezialmaschinenbauer mit 800 Mio. € Börsenwert ist ein Small Cap.
Auch: Nebenwert, Large Cap, Mid Cap, Micro Cap
Siehe auch: Marktkapitalisierung, Pennystock
Krypto

Smart Contract

Ein Smart Contract ist ein Programm auf der Blockchain, das automatisch ausgeführt wird, sobald festgelegte Bedingungen erfüllt sind.

Smart Contracts sind die Grundlage für DeFi, NFTs und viele Token. Ethereum hat sie populär gemacht. Fehler im Code können allerdings zu hohen Verlusten führen, weil sich Transaktionen nicht einfach rückgängig machen lassen.

Beispiel
💡
Ein Smart Contract zahlt automatisch Zinsen aus, sobald jemand Coins in einen Kreditpool einzahlt.
Auch: intelligenter Vertrag
Siehe auch: Blockchain, DeFi, Layer 1
Grundlagen

Sparplan

Mit einem Sparplan investierst du regelmäßig einen festen Betrag automatisch in eine Aktie oder einen ETF.

Sparpläne gibt es oft schon ab 1 € oder 25 € im Monat. Durch die regelmäßigen Käufe kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger (Durchschnittskosteneffekt). Viele Broker bieten Sparpläne kostenlos an.

Beispiel
100 € pro Monat – so viele Anteile bekommst du
Jan · Kurs 50 €
2,0 Stk.
Feb · Kurs 25 €
4,0 Stk.
Mär · Kurs 40 €
2,5 Stk.
Apr · Kurs 50 €
2,0 Stk.
Bei niedrigen Kursen kaufst du automatisch mehr Anteile. Ø Kaufpreis: 38,10 € statt Ø Kurs 41,25 €.

Du investierst jeden Monat 100 € in einen Welt-ETF – unabhängig davon, wie der Markt gerade steht.

Auch: ETF-Sparplan, Aktiensparplan
Siehe auch: ETF, Cost-Average-Effekt, Broker
Markt & Trading

Spekulationsblase

Eine Spekulationsblase beschreibt einen starken Preisanstieg, der zunehmend von Erwartungen weiterer Preissteigerungen getragen wird.

Die Preise können sich von plausiblen Ertragsaussichten oder anderen Bewertungsmaßstäben lösen. Eine Blase und ihr Ende lassen sich im Voraus nicht sicher bestimmen. Ein hoher Preis allein beweist ebenso wenig eine Blase wie ein vorheriger Kurssturz eine günstige Bewertung.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Schematischer Boom und Einbruch
Schematischer Boom und Einbruch – schematische Werte: 10;12;18;30;55;90;110;48;20Zeit → · schematischer Verlauf
Fiktive Kursreihe zur Veranschaulichung; kein Verlauf eines konkreten Wertpapiers.
Auch: Bubble, Finanzblase
Siehe auch: FOMO, Pump and Dump, Unterbewertung
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Spin-off

Bei einem Spin-off wird ein Unternehmensteil als eigenständige Gesellschaft abgespalten.

Aktionäre erhalten je nach Struktur beispielsweise Aktien der neuen Gesellschaft. Der Wert des bisherigen Anteils muss zusammen mit der neuen Beteiligung betrachtet werden. Die Abspaltung schafft nicht automatisch zusätzliches Vermögen; Vertrags-, Schulden- und Steuerfolgen hängen vom Einzelfall ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Rechnerische Aufteilung eines Beispiels
Bisher 100 € → 70 € Muttergesellschaft + 30 € abgespaltener Anteil
Vereinfachte Wertaufteilung ohne Marktbewegung, Kosten oder Steuern. Die tatsächlichen Preise bildet der Markt.
Auch: Spinn-Off, Spinoff, Abspaltung
Siehe auch: Aktie, Aktionär, Joint Venture
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Spread

Der Spread ist der Unterschied zwischen dem Kaufkurs (Ask) und dem Verkaufskurs (Bid) eines Wertpapiers.

Der Spread ist eine versteckte Handelskosten-Komponente. Bei viel gehandelten Aktien ist er klein, bei Nebenwerten, Pennystocks und außerhalb der Haupthandelszeiten oft deutlich größer.

Beispiel
Geld- und Briefkurs
Bid (Verkauf)
9,95 €
Spread
0,10 €
≈ 1 %
Ask (Kauf)
10,05 €
Kaufst und verkaufst du sofort wieder, verlierst du den Spread.

Bid 9,95 €, Ask 10,05 € – der Spread beträgt 0,10 € bzw. rund 1 %.

Auch: Geld-Brief-Spanne, Bid-Ask-Spread
Siehe auch: Limit-Order, Pennystock
Krypto

Stablecoin

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an eine stabile Größe gekoppelt ist, meist an den US-Dollar oder den Euro.

Bekannte Stablecoins sind USDT und USDC. Sie werden genutzt, um im Kryptomarkt Geld zu parken oder schnell zu übertragen. Entscheidend ist, ob die Deckung wirklich vorhanden ist – es gab bereits Stablecoins, die ihre Bindung verloren haben.

Beispiel
💡
1 USDC soll immer etwa 1 US-Dollar wert sein.
Auch: USDT, USDC
Siehe auch: Blockchain, DeFi
Notenbanken & Makro

Stagflation

Stagflation bezeichnet das gleichzeitige Auftreten schwacher wirtschaftlicher Entwicklung und erhöhter Inflation.

Diese Kombination erschwert wirtschaftspolitische Entscheidungen: Eine Dämpfung der Nachfrage kann die Konjunktur zusätzlich belasten, während sehr expansive Maßnahmen den Preisdruck verstärken können. Aus dem Begriff folgt keine feste Kursreaktion für jede Anlageklasse.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Zwei Probleme zur gleichen Zeit
  1. 1Wirtschaft wächst kaum
  2. 2Preise steigen deutlich
  3. 3Politische Zielkonflikte
Fiktives Beispiel: reale Wirtschaftsleistung 0 %, Verbraucherpreise +6 % im gleichen Jahreszeitraum.
Auch: Stagnation und Inflation
Siehe auch: Inflation, Stagnation, Leitzins
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Notenbanken & Makro

Stagnation

Stagnation bedeutet eine Phase weitgehend ausbleibenden wirtschaftlichen Wachstums.

Gemeint ist häufig die reale, also preisbereinigte Wirtschaftsleistung. Eine nominal gestiegene Zahl kann bei Inflation trotzdem kaum reales Wachstum enthalten. Stagnation ist nicht automatisch eine Rezession und sagt allein noch nichts über die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens aus.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Reale Wirtschaftsleistung, normiert
Jahr 1100
Jahr 2100,2
Jahr 3100,1
Fiktives Beispiel eines über mehrere Jahre nahezu unveränderten realen Produktionsniveaus.
Auch: Wachstumsstillstand
Siehe auch: Stagflation, Rezession, Inflation
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Stakeholder Value

Stakeholder Value berücksichtigt die Interessen mehrerer vom Unternehmen betroffener Gruppen.

Dazu zählen beispielsweise Eigentümer, Beschäftigte, Kunden, Lieferanten und das gesellschaftliche Umfeld. Zwischen diesen Interessen können Zielkonflikte bestehen. Der Begriff ist keine einheitlich berechnete Kennzahl und macht eine Unternehmensstrategie nicht automatisch erfolgreich oder nachhaltig.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Mehrere Anspruchsgruppen im Blick
  1. 1Eigentümer und Beschäftigte
  2. 2Kunden und Lieferanten
  3. 3Gesellschaftliches Umfeld
Eine Investition kann langfristig Kundenbindung stärken und kurzfristig den Gewinn belasten; beides gehört zur Bewertung.
Auch: Anspruchsgruppen, Stakeholder
Siehe auch: Shareholder Value, Aktionär
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Stock Picking

Stock Picking bedeutet, einzelne Aktien anhand einer eigenen Auswahlstrategie gezielt auszuwählen.

Kriterien können Unternehmensqualität, Bewertung oder technische Merkmale sein. Der Ansatz unterscheidet sich von der bloßen Abbildung eines breiten Index. Eine überzeugende Analyse beseitigt weder Prognosefehler noch Konzentrationsrisiken; Kosten und die passende Benchmark bleiben wichtig.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Von der Idee zur überprüfbaren Auswahl
  1. 1Unternehmen analysieren
  2. 2Preis und Risiken beurteilen
  3. 3Mit passendem Vergleich messen
Eine Auswahl von fünf ähnlichen Firmen kann trotz sorgfältiger Analyse stark konzentriert sein.
Auch: Einzeltitelauswahl, aktive Aktienauswahl
Siehe auch: Value Investing, Benchmark, Klumpenrisiko
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Stonks

Stonks ist ein Internet-Meme und eine absichtliche Verformung des englischen Worts „stocks“.

Es wird häufig scherzhaft für Börsengeschäfte, vermeintlich geniale Anlageideen oder steigende Kurse verwendet. Der Ausdruck enthält weder eine Bewertung noch ein verlässliches Handelssignal. In sozialen Medien kann Humor mit tatsächlichen finanziellen Risiken vermischt werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Meme und Analyse unterscheiden
  1. 1Spruch oder Meme
  2. 2Keine belastbare Bewertung
  3. 3Geschäft und Preis getrennt prüfen
Ein Bild mit „Stonks“ sagt nichts über Gewinn, Schulden oder den fairen Wert einer Aktie aus.
Auch: Stocks-Meme, Börsenmeme
Siehe auch: Meme-Aktie, FOMO, Aktie
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Stop-Loss

Ein Stop-Loss ist ein Verkaufsauftrag, der automatisch ausgelöst wird, wenn der Kurs unter eine festgelegte Marke fällt.

Damit begrenzt man Verluste, ohne den Kurs ständig beobachten zu müssen. Bei starken Kurslücken kann der tatsächliche Verkaufskurs aber deutlich unter der Stop-Marke liegen.

Beispiel
Stop-Loss bei 90 €
Kauf 100 €Stop 90 €automatisch verkauft
Der Verlust bleibt auf rund 10 % begrenzt – statt 16 % beim Tief von 84 €.

Du kaufst bei 100 € und setzt einen Stop-Loss bei 90 € – fällt der Kurs darunter, wird automatisch verkauft.

Auch: Stop-Order, Verlustbegrenzung
Siehe auch: Limit-Order, Volatilität

T

Grundlagen

Tenbagger

Ein Tenbagger ist eine Anlage, deren Wert sich gegenüber dem Kaufpreis verzehnfacht hat.

Der Ausdruck beschreibt eine bereits erreichte oder erhoffte Entwicklung. Eine Verzehnfachung entspricht +900 %, nicht +1.000 %. Wer von einem möglichen Tenbagger spricht, nennt damit noch keine nachvollziehbare Eintrittswahrscheinlichkeit oder einen angemessenen Kaufpreis.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Zehnfacher Wert
100 € → 1.000 € = 10-facher Wert = +900 %
Ohne weitere Einzahlungen, Ausschüttungen, Kosten oder Steuern gerechnet.
Auch: 10-Bagger, Verzehnfacher
Siehe auch: Rendite, Small Cap, FOMO
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

TER

Die TER (Total Expense Ratio) gibt die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds oder ETFs in Prozent an.

Die Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen, du zahlst sie also nicht extra. Bei breiten ETFs liegt die TER oft zwischen 0,05 % und 0,30 % pro Jahr.

Beispiel
Was die TER kostet (10.000 € Anlage)
TER 0,20 %
20 € / Jahr
TER 0,50 %
50 € / Jahr
TER 1,50 %
150 € / Jahr

Bei einer TER von 0,20 % kosten 10.000 € Anlage rund 20 € pro Jahr.

Auch: Gesamtkostenquote, laufende Kosten
Siehe auch: ETF
Derivate

Terminbörse

Eine Terminbörse organisiert den Handel mit standardisierten Termingeschäften wie Futures und Optionen.

Kontraktregeln und die Einbindung eines Clearinghauses strukturieren Handel und Abwicklung. Dabei können Sicherheitsleistungen notwendig sein. Auch mit zentraler Abwicklung bleiben Markt-, Liquiditäts- und weitere Risiken bestehen; ein Börsenhandel macht Hebelgeschäfte nicht sicher.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Handel und Abwicklung sind getrennte Aufgaben
  1. 1Order an der Terminbörse
  2. 2Clearing und Sicherheiten
  3. 3Verrechnung nach Kontraktregeln
Eurex und CME sind Beispiele für Anbieter im Terminmarktumfeld; konkrete Produkte haben jeweils eigene Regeln.
Auch: Derivatebörse, Futures Exchange
Siehe auch: Futures, Option, Terminhandel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

Terminhandel

Beim Terminhandel wird ein Geschäft vereinbart, dessen Erfüllung oder Abrechnung in der Zukunft liegt.

Dazu gehören unter anderem Futures, Forwards und Optionen mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten. Die Bewertung kann sich schon vor Fälligkeit stark ändern. Eine Absicherung eines bestehenden Geschäfts ist wirtschaftlich etwas anderes als eine zusätzliche spekulative Position.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Heute vereinbaren, später abrechnen
  1. 1Heute Vertrag schließen
  2. 2Wert verändert sich bis dahin
  3. 3Künftige Erfüllung oder Abrechnung
Ein Unternehmen vereinbart heute einen Preis für einen späteren Einkauf. Die Vertragsbedingungen bestimmen die Verpflichtungen.
Auch: Termingeschäft, Forward
Siehe auch: Futures, Option, Derivate
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
ETFs & Fonds

Thesaurierend

Ein thesaurierender ETF legt Dividenden und Zinsen automatisch wieder an, statt sie auszuzahlen.

Das Gegenstück ist ein ausschüttender ETF, der Erträge regelmäßig aufs Konto zahlt. Thesaurierende ETFs nutzen den Zinseszinseffekt automatisch, ausschüttende eignen sich für alle, die ein laufendes Einkommen möchten.

Beispiel
Thesaurierend
Dividende → wird automatisch wieder angelegt → mehr Anteile
Zinseszins-Effekt ohne Aufwand
Ausschüttend
Dividende → wird aufs Konto ausgezahlt → frei verfügbar
Laufendes Einkommen

Ein thesaurierender ETF erhält 100 € Dividende von seinen Aktien und kauft davon direkt neue Aktien.

Auch: Thesaurierer, ausschüttend, Ausschütter, Acc, Dist
Siehe auch: ETF, Dividende
Grundlagen

Ticker

Der Ticker ist das kurze Börsenkürzel einer Aktie, zum Beispiel AAPL für Apple oder SAP für SAP.

Ticker werden vor allem in den USA und auf Finanzportalen verwendet. Dasselbe Unternehmen kann an verschiedenen Börsen unterschiedliche Kürzel haben. Bei Kryptowährungen spricht man ebenfalls vom Kürzel, etwa BTC für Bitcoin.

Beispiel
💡
Tesla wird an der Nasdaq unter dem Ticker TSLA gehandelt.
Auch: Börsenkürzel, Symbol, Tickersymbol
Siehe auch: ISIN, WKN
Markt & Trading

To the Moon

„To the Moon“ ist ein Börsen- und Krypto-Spruch für die Hoffnung auf extrem steigende Kurse.

Er wird besonders in sozialen Medien verwendet. Der Ausdruck enthält kein Kursmodell, keinen Zeitraum und keine belastbare Risikoeinschätzung. Er sollte nicht mit überprüfbaren Informationen über Geschäft, Tokenrechte oder Finanzierung verwechselt werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Begeisterung ist noch kein Bewertungsmodell
  1. 1Große Kurshoffnung
  2. 2Keine begründete Wahrscheinlichkeit
  3. 3Risiken und Daten selbst prüfen
Eine Raketenbotschaft ersetzt weder einen Unternehmensbericht noch die Prüfung eines Tokenprojekts.
Auch: Moon, Moonshot
Siehe auch: FOMO, Meme Coin, Pump and Dump
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

Token-Unlock

Bei einem Token-Unlock werden Coins freigegeben, die zuvor gesperrt waren – zum Beispiel für Gründer, Team oder frühe Investoren.

Kommen viele Coins auf einmal frei, kann das den Kurs belasten, weil einige Empfänger verkaufen. Deshalb lohnt sich ein Blick in den Krypto-Kalender, wann bei einem Projekt größere Unlocks anstehen.

Beispiel
Was ein Unlock mit dem Angebot macht
vorher
nach dem Unlock
Die Menge im Umlauf steigt um 50 % (von 20 % auf 30 %) – das kann den Kurs belasten.

Nach einjähriger Sperrfrist werden 10 % aller Token an frühe Investoren freigegeben.

Auch: Unlock, Vesting, Cliff
Siehe auch: Tokenomics, Altcoin
Krypto

Tokenomics

Tokenomics beschreibt die wirtschaftlichen Regeln eines Coins: Gesamtmenge, Verteilung, Ausgabe neuer Token und Sperrfristen.

Wichtig sind etwa die maximale Menge, wie viel davon schon im Umlauf ist, wer wie viele Token hält und wann weitere freigegeben werden. Schlechte Tokenomics mit vielen anstehenden Unlocks können den Kurs dauerhaft drücken.

Beispiel
Verteilung eines Beispiel-Coins
20 % im Umlauf
80 % noch gesperrt (kommen später auf den Markt)

Ein Coin hat 1 Mrd. Token, davon sind erst 20 % im Umlauf – 80 % kommen in den nächsten Jahren noch auf den Markt.

Auch: Token Economics, Umlaufmenge, Circulating Supply
Siehe auch: Token-Unlock, Marktkapitalisierung
Markt & Trading

Trade

Ein Trade ist ein abgeschlossenes Handelsgeschäft, zum Beispiel ein Kauf oder Verkauf.

Die bloße Auftragserteilung ist noch kein ausgeführter Trade. Eine Order kann offen bleiben, teilweise ausgeführt oder gelöscht werden. Die tatsächliche Ausführung bestimmt Menge, Preis und Zeitpunkt; hinzu kommen gegebenenfalls Kosten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Von der Order zum Geschäft
  1. 1Auftrag erteilen
  2. 2Passendes Angebot vorhanden
  3. 3Ausführung wird bestätigt
Eine Kauforder über 100 Stück kann zunächst nur über 40 Stück ausgeführt werden.
Auch: Handelsgeschäft, Ausführung
Siehe auch: Limit-Order, Broker, Intraday-Handel
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

U

Grundlagen

Unterbewertung

Unterbewertung bedeutet, dass ein Marktpreis unter einem geschätzten wirtschaftlichen Wert liegt.

Dieser Wert ist nicht unmittelbar beobachtbar, sondern hängt von Annahmen über künftige Ergebnisse, Risiken und Kapitalkosten ab. Ein niedriges KGV oder ein vorheriger Kurssturz beweist keine Unterbewertung. Eine scheinbar billige Aktie kann eine sogenannte Value Trap sein.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Preis und Schätzung auseinanderhalten
Marktpreis 40 € gegenüber geschätztem Wert 50 €
Der rechnerische Abschlag beträgt 20 % zur Schätzung. Wenn die Annahmen falsch sind, kann auch die Schätzung falsch sein.
Auch: Fair Value, Sicherheitsmarge, Value Trap
Siehe auch: Value Investing, KGV, Kurs-Buchwert-Verhältnis
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen sind Schuldverschreibungen, bei denen ein Unternehmen der Emittent ist.

Anleger sind Gläubiger und keine Aktionäre. Rückzahlung, Zins, Rang und Sicherheiten richten sich nach den Bedingungen. Eine höhere angebotene Rendite kann höhere Kredit- oder andere Risiken widerspiegeln; eine bekannte Unternehmensmarke verhindert keinen Zahlungsausfall.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Zahlungsanspruch statt Eigentumsanteil
  1. 1Anleger leiht Kapital
  2. 2Unternehmen schuldet vertragliche Leistungen
  3. 3Ausfallrisiko bleibt beim Anleger
Eine 5-%-Verzinsung ist kein garantierter Gesamtertrag: Kurs, Kaufpreis und Ausfall können das Ergebnis verändern.
Auch: Corporate Bonds, Unternehmensanleihe
Siehe auch: Anleihen, Fremdkapital, Zins
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

Unterstützung

Eine Unterstützung ist ein Kursniveau, an dem eine fallende Aktie in der Vergangenheit mehrfach gestoppt wurde.

An Unterstützungen kaufen viele Anleger, deshalb dreht der Kurs dort häufig nach oben. Fällt der Kurs deutlich darunter, gilt das als bärisches Signal.

Beispiel
Unterstützung bei 80 €
Unterstützung

Eine Aktie fällt mehrfach bis 80 € und steigt dann wieder – 80 € ist eine Unterstützung.

Auch: Support, Unterstützungslinie
Siehe auch: Widerstand, Ausbruch

V

Grundlagen

Value Investing

Value Investing sucht Anlagen, deren Preis gegenüber einem nachvollziehbar geschätzten wirtschaftlichen Wert attraktiv erscheint.

Dafür werden beispielsweise Erträge, Vermögenswerte und Zukunftsaussichten untersucht. Häufig wird eine Sicherheitsmarge angestrebt. Die Schätzung kann jedoch falsch sein; eine niedrige Kennzahl allein ist noch keine tragfähige Value-Strategie und schützt nicht vor Verlusten.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Wertorientierte Prüfung
  1. 1Geschäft und Risiken verstehen
  2. 2Wert mit Annahmen schätzen
  3. 3Preis und Sicherheitsmarge vergleichen
Eine günstige Kennzahl kann durch dauerhaft schrumpfende Erträge erklärt werden; solche Risiken gehören in die Analyse.
Auch: Wertorientiertes Investieren
Siehe auch: Unterbewertung, KGV, Burggraben
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Venture Capital

Venture Capital ist Beteiligungskapital für junge Unternehmen mit hohem Wachstumsbedarf.

Investoren stellen typischerweise Eigenkapital oder eigenkapitalnahe Finanzierung bereit. Den möglichen großen Erfolgen stehen hohe Ausfallrisiken, lange Bindung und geringe Handelbarkeit gegenüber. Spätere Finanzierungsrunden können vorhandene Beteiligungen verwässern.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Beteiligung an einem jungen Unternehmen
  1. 1Kapital für Wachstum
  2. 2Entwicklung mit hoher Unsicherheit
  3. 3Späterer Verkauf oder möglicher Ausfall
Eine Beteiligung kann stark steigen oder vollständig wertlos werden; ein kurzfristiger Verkauf ist oft nicht möglich.
Auch: VC, Wagniskapital
Siehe auch: Eigenkapital, IPO, Klumpenrisiko
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

Volatilität

Volatilität beschreibt, wie stark der Kurs eines Wertpapiers schwankt.

Eine hohe Volatilität bedeutet große Kurssprünge nach oben und unten – und damit mehr Chance, aber auch mehr Risiko. Kryptowährungen, Pennystocks und kleine Wachstumswerte sind meist besonders volatil.

Beispiel
Geringe und hohe Volatilität
ruhige Aktievolatile Aktie
Beide landen am Ende bei 55 – der Weg dorthin ist aber sehr unterschiedlich.

Eine Aktie, die an einem Tag 8 % steigt und am nächsten 6 % fällt, ist sehr volatil.

Auch: Schwankung, Schwankungsbreite
Siehe auch: Pennystock, 52-Wochen-Spanne

W

Grundlagen

Wall Street

Wall Street ist eine Straße im New Yorker Finanzviertel und ein Sammelbegriff für die US-Finanzwelt.

Dort befindet sich die bekannte Adresse der New York Stock Exchange. In Nachrichten kann „Wall Street“ aber auch US-Aktienmärkte, Banken oder Analysten meinen. Der Begriff ist kein einzelner Index und kein konkretes Wertpapier.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Ort und Sprachgebrauch
  1. 1Straße in Manhattan
  2. 2Umfeld der NYSE
  3. 3Sammelbegriff für US-Finanzmärkte
„Wall Street steigt“ kann sich auf mehrere US-Indizes beziehen. Im Artikel prüfen, welche tatsächlich gemeint sind.
Auch: US-Finanzplatz
Siehe auch: New York Stock Exchange, Nasdaq, Index
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Krypto

Wallet

Eine Wallet ist eine digitale Geldbörse, mit der man Kryptowährungen aufbewahrt, sendet und empfängt.

Genau genommen speichert die Wallet die privaten Schlüssel, mit denen man Zugriff auf seine Coins hat. Hot Wallets sind mit dem Internet verbunden (App, Browser), Cold Wallets wie Hardware-Wallets sind offline und gelten als sicherer. Wer seine Wiederherstellungsphrase verliert, verliert den Zugriff.

Beispiel
💡
Du überträgst deine Bitcoin von der Börse auf eine Hardware-Wallet, um sie sicher zu verwahren.
Auch: Krypto-Wallet, Hardware-Wallet, Seed Phrase
Siehe auch: Bitcoin, Blockchain
Derivate

Wandelanleihe

Eine Wandelanleihe verbindet eine Schuldverschreibung mit einem vertraglichen Recht zur Umwandlung in Aktien.

Die Bedingungen legen unter anderem Zeitraum, Umtauschverhältnis und mögliche Besonderheiten fest. Der Wert hängt deshalb sowohl von Kredit- und Zinsrisiken als auch vom Aktienkurs ab. Kapitalrückzahlung oder Umtausch sind nur im Rahmen der konkreten Regeln zu beurteilen.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Vereinfachtes Wandlungsverhältnis
1.000 € Nennwert / 50 € Wandlungspreis = 20 Aktien
Das Beispiel erklärt nur das Verhältnis. Ob und wann sich eine Wandlung lohnt, hängt von Kurs und Vertragsbedingungen ab.
Auch: Convertible Bond, Convertible
Siehe auch: Anleihen, Option, Aktie
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Chartanalyse

Widerstand

Ein Widerstand ist ein Kursniveau, an dem eine Aktie in der Vergangenheit mehrfach nicht weiter steigen konnte.

An Widerständen verkaufen viele Anleger, weshalb der Kurs dort oft abprallt. Wird ein Widerstand nachhaltig überwunden (Ausbruch), gilt das als bullisches Signal – und der alte Widerstand wird oft zur neuen Unterstützung.

Beispiel
Widerstand bei 100 €
Widerstand

Eine Aktie scheitert dreimal an der Marke von 100 € – 100 € ist ein Widerstand.

Auch: Resistance, Widerstandslinie
Siehe auch: Unterstützung, Ausbruch
Markt & Trading

Window Dressing

Window Dressing bezeichnet Maßnahmen, die ein Portfolio oder Zahlenbild zu einem Berichtstermin günstiger erscheinen lassen sollen.

Bei Fonds kann etwa der Verkauf zuvor schwacher Positionen vor einem Stichtag gemeint sein. Eine Momentaufnahme zeigt daher nicht immer, welche Anlagen die Jahresrendite tatsächlich geprägt haben. Nicht jede Veränderung um einen Stichtag ist allerdings Window Dressing.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Stichtagsbild und Jahresverlauf unterscheiden
  1. 1Verluste entstanden früher
  2. 2Position vor Stichtag verkauft
  3. 3Stichtagsliste zeigt sie nicht mehr
Für die Bewertung eines Fonds reichen die zuletzt veröffentlichten größten Positionen allein nicht aus.
Auch: Stichtagspflege
Siehe auch: Portfolio, Investmentfonds, Jahresabschluss
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

WKN

Die WKN (Wertpapierkennnummer) ist eine sechsstellige Kennnummer, mit der Wertpapiere in Deutschland eindeutig bezeichnet werden.

Die WKN ist kürzer und leichter zu merken als die ISIN, gilt aber nur im deutschen Markt. Viele Broker zeigen beide Nummern an. Für internationale Werte ist die ISIN die sicherere Wahl.

Beispiel
💡
Die WKN der SAP-Aktie lautet 716460.
Auch: Wertpapierkennnummer
Siehe auch: ISIN, Ticker

X

Markt & Trading

Xetra

Xetra ist ein elektronisches Handelssystem der Deutschen Börse für den Wertpapierhandel.

Aufträge werden nach dem jeweiligen Marktmodell zusammengeführt; Auktionen können eine Rolle spielen. Xetra und der andere Frankfurter Börsenhandel sind nicht einfach dieselbe Handelsstrecke. Handelszeiten, Instrumente und Gebühren müssen jeweils für den konkreten Handelsplatz geprüft werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Elektronischer Handel vereinfacht
  1. 1Order über den Broker
  2. 2Aufträge treffen im System zusammen
  3. 3Ausführung nach Handelsregeln
Die Auswahl „Xetra“ im Broker kann andere Entgelte oder Handelsbedingungen haben als ein anderer Handelsplatz.
Auch: Elektronischer Börsenhandel
Siehe auch: Börse, Broker, Handelszeiten
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

Y

Grundlagen

Yankee Bonds

Yankee Bonds sind in US-Dollar begebene Anleihen ausländischer Emittenten am US-Markt.

Die Bezeichnung betrifft Emittent, Markt und Währung, nicht automatisch die Kreditqualität. Für einen Euro-Anleger kann zusätzlich zum Ausfall- und Zinsrisiko ein Dollar-Währungsrisiko entstehen. Auch die konkreten Anleihebedingungen bleiben entscheidend.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Drei Merkmale eines Yankee Bonds
  1. 1Emittent außerhalb der USA
  2. 2Emission am US-Markt
  3. 3Anleihe in US-Dollar
Beispiel: ein europäisches Unternehmen emittiert eine USD-Anleihe in den USA; ein Euro-Anleger trägt gegebenenfalls Wechselkursrisiko.
Auch: Yankee Bond
Siehe auch: Anleihen, Unternehmensanleihen, Zins
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Markt & Trading

YOLO Investing

YOLO Investing bezeichnet umgangssprachlich das Eingehen besonders gewagter Anlagewetten.

YOLO steht für „You Only Live Once“. Gemeint sind häufig stark konzentrierte Positionen oder spekulative Hebelgeschäfte. Der Ausdruck ist keine Strategie mit definierten Erfolgsaussichten. Ein vollständiger Verlust und bei bestimmten Verträgen weitergehende Verpflichtungen sind möglich.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Risiken einer extremen Wette
  1. 1Großer Einsatz in einer Idee
  2. 2Wenig Streuung oder hoher Hebel
  3. 3Schwerer Verlust kann das Ganze treffen
Ein möglicher großer Gewinn sagt ohne Verlustwahrscheinlichkeit und Einsatzgröße wenig über die Qualität einer Wette aus.
Auch: Yolo Investing, YOLO
Siehe auch: Klumpenrisiko, Hebel, FOMO
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon

Z

Grundlagen

Zeichnen

Beim Zeichnen gibt ein Anleger ein Angebot zum Erwerb neu angebotener Wertpapiere ab.

Das kommt beispielsweise bei Aktienemissionen, Anleihen oder Fonds vor. Eine Zeichnung führt nicht automatisch zur gewünschten Zuteilung. Preis, Frist, Rücktrittsrechte und Verbindlichkeit ergeben sich aus den jeweiligen Bedingungen; sie ist vom späteren Börsenkauf zu unterscheiden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Von der Zeichnung zur Zuteilung
  1. 1Angebotsbedingungen lesen
  2. 2Zeichnungsauftrag abgeben
  3. 3Zuteilung und Abrechnung prüfen
Wer 100 Aktien zeichnet, kann bei Überzeichnung weniger oder gar keine Aktien erhalten.
Auch: Zeichnung, Neuemission, Zuteilung
Siehe auch: IPO, Anleihen, Aktie
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Derivate

Zertifikat

Ein Anlagezertifikat ist eine Schuldverschreibung mit einer durch Bedingungen festgelegten Wertentwicklung.

Die Auszahlung kann beispielsweise von Aktien, Indizes oder Rohstoffen abhängen. Neben Marktrisiken besteht ein Emittentenrisiko; ein Zertifikat ist grundsätzlich kein Fonds-Sondervermögen. Barrieren, Laufzeiten, Kosten und mögliche Verlustbegrenzungen müssen im Produktdokument überprüft werden.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Zwei Risikoebenen unterscheiden
  1. 1Basiswert entwickelt sich
  2. 2Vertragsregeln bestimmen die Auszahlung
  3. 3Emittent muss leisten können
Selbst bei passender Marktentwicklung kann ein Ausfall des Emittenten zu Verlusten führen.
Auch: Anlagezertifikat, Strukturiertes Wertpapier
Siehe auch: Derivate, Knock-out-Zertifikat, Anleihen
Vertiefung: BaFin: Risiken von Zertifikaten
Notenbanken & Makro

Zins

Zins ist der Preis für die zeitweise Überlassung von Kapital.

Er kann fest oder variabel vereinbart sein. Nominalzins, effektive Kosten und Rendite sind nicht immer dasselbe. Für die Kaufkraft ist außerdem die Inflation relevant. Die konkrete Berechnung hängt unter anderem von Laufzeit, Zahlungszeitpunkten und Zinseszins ab.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Einfaches Jahresbeispiel
1.000 € × 3 % × 1 Jahr = 30 € Zins
Ohne Gebühren, Steuern oder weitere Zahlungen. Bei Wiederanlage können später Zinsen auf frühere Zinsen entstehen.
Auch: Zinsen, Zinssatz, Zinseszins
Siehe auch: Leitzins, Inflation, Anleihen
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
Grundlagen

Zykliker

Zykliker sind Unternehmen, deren Geschäft besonders von konjunkturellen Schwankungen beeinflusst wird.

Nachfrage, Auslastung und Gewinne können in Aufschwüngen stark steigen und in Abschwüngen zurückgehen. Das betrifft beispielsweise Teile der Industrie oder Rohstoffwirtschaft. Ein niedriges KGV am Gewinnhoch kann deshalb irreführend günstig wirken.

Beispiel
Vereinfachtes Beispiel · keine aktuellen Kurse
Schematische Gewinne über einen Zyklus
Schematische Gewinne über einen Zyklus – schematische Werte: 20;35;55;70;50;25;10;30;50Zeit → · schematischer Verlauf
Fiktive Gewinnreihe: Ein einzelnes besonders starkes Jahr ist nicht automatisch dauerhaft wiederholbar.
Auch: Zyklische Aktien, konjunkturabhängig
Siehe auch: KGV, Rezession, Stagnation
Vertiefung: Deutsche Börse: Börsenlexikon
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Top & Flop Aktien

Tagesveränderung

Die größten Gewinner und Verlierer des Tages im DAX, MDAX, SDAX, TecDAX, Euro Stoxx 50, Dow Jones, Nasdaq 100, S&P 500 und bei den Pennystocks – alle 20 Minuten aktualisiert.

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Angstbarometer: Wie ist die Stimmung an den Märkten?

Der Fear-&-Greed-Wert zeigt auf einer Skala von 0 (extreme Angst) bis 100 (extreme Gier), wie ängstlich oder gierig Anleger gerade sind – für Kryptowährungen, US-Aktien und den DAX. Die Werte werden alle 30 Minuten aktualisiert.

Krypto Bitcoin & Altcoins

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Krypto Fear & Greed Index: misst die Stimmung am Kryptomarkt anhand von Kursschwankungen, Handelsvolumen, Social Media und der Bitcoin-Dominanz. Diskussion im Bitcoin- & Layer-1-Forum.

US-Aktien S&P 500 · VIX

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Margix-Angstbarometer für den US-Markt: berechnet aus dem Trend des S&P 500, seiner Lage im 52-Wochen-Bereich, der Kursstärke und dem Volatilitätsindex VIX. Diskussion bei den Einzelaktien.

DAX DAX 40

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Margix-Angstbarometer für Deutschland: berechnet aus dem Trend des DAX, seiner Lage im 52-Wochen-Bereich, der Kursstärke und der Schwankungsbreite. Diskussion im Börsen- & Aktien-Forum.

Skala: 0–24 Extreme Angst · 25–44 Angst · 45–55 Neutral · 56–75 Gier · 76–100 Extreme Gier

Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.

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