Coinbase Irland: erneut Millionenstrafe – Aktionär verklagt Trump wegen Krypto-Deals
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MargixDE -
24. Oktober 2026 um 12:15 -
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Die irische Zentralbank hat gegen Coinbase ➡️ Ireland eine Geldstrafe von 3,25 Millionen Euro verhängt. Es ist bereits die zweite Strafe der Behörde gegen eine irische Coinbase-Gesellschaft innerhalb weniger Monate. Diesmal geht es um den Schutz von Kundengeldern und um ausgelagerte Geschäftsprozesse.
Fast zeitgleich rückt ein anderes Thema in den Fokus: Ein Aktionär des Stablecoin-Anbieters Circle hat Donald Trump und dessen Krypto-Firma World Liberty Financial ➡️ vor einem Bundesgericht in Washington verklagt. Beide Meldungen zeigen, wie genau Aufseher, Gerichte und Politik derzeit auf die Kryptobranche schauen.
Coinbase Ireland: Das wurde beanstandet
Laut der Zentralbank betreffen die Verstöße den Zeitraum von 2020 bis 2025. Coinbase Ireland soll die Vorgaben zur sicheren Verwahrung von Kundengeldern und zur Kontrolle ausgelagerter Dienstleistungen nicht ausreichend erfüllt haben. Die Strafe beruht auf einer Einigung, die am Mittwoch zwischen Behörde und Unternehmen erzielt wurde. Bekannt gegeben wurde sie am Donnerstag.
Die Aufsicht betont, dass Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute besonders strengen Regeln unterliegen. Kundengelder müssen jederzeit geschützt und auch bei Betriebsstörungen verfügbar sein. Karen O'Leary, Leiterin der Durchsetzungsabteilung, kündigte an, bei Schwächen in diesen Sicherungssystemen nicht nachsichtig zu sein.
Die Sicht von Coinbase
Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber Reuters, Coinbase habe die Probleme selbst erkannt und der Zentralbank gemeldet. Kein Kunde sei finanziell geschädigt oder am Zugriff auf sein Geld gehindert worden. Die beanstandeten Vorgänge seien größtenteils bei Schutzmaßnahmen während erheblicher Betriebsstörungen entstanden. Diese Darstellung stammt vom Unternehmen. Unabhängig überprüfen können wir sie anhand der vorliegenden Informationen nicht.
Die frühere Strafe: 21,5 Millionen Euro
Brisant ist der Zusammenhang mit einem älteren Fall. Im November 2025 verhängte die Zentralbank gegen Coinbase Europe Limited eine Geldbuße von 21.464.734 Euro. Damals ging es um Mängel bei der Überwachung von Krypto-Transaktionen zwischen 2021 und 2025.
- Mehr als 30 Millionen Transaktionen mit einem Volumen von über 176 Milliarden Euro wurden nicht ordnungsgemäß kontrolliert.
- Das entsprach rund 31 Prozent aller Transaktionen im betroffenen Zeitraum.
- Die nachträgliche Prüfung dauerte nahezu drei Jahre und führte zu 2.708 Verdachtsmeldungen an die Behörden.
- Coinbase nannte drei Programmierfehler als Ursache, durch die fünf von 21 Überwachungsszenarien nicht alle Transaktionen erfassten. Sie seien nach der Entdeckung binnen weniger Wochen behoben worden.
Wichtig: Eine Verdachtsmeldung bedeutet nicht automatisch, dass tatsächlich eine Straftat vorlag. Zusammen belaufen sich beide Strafen auf rund 24,7 Millionen Euro.
Klage gegen Trump: Worum es geht
Die Zivilklage stammt von J. Benjamin Greenberg, einem Aktionär der Circle Internet Group. Er beruft sich auf die Foreign Emoluments Clause der US-Verfassung. Sie verbietet es Präsidenten, ohne Zustimmung des Kongresses finanzielle Vorteile von ausländischen Regierungen anzunehmen.
Im Zentrum stehen zwei Transaktionen mit Bezug zu den Vereinigten Arabischen Emiraten:
- Eine Investmentgesellschaft soll für 500 Millionen US-Dollar einen Anteil von 49 Prozent an World Liberty Financial erworben haben. Wer genau dahintersteht, nennt unsere Quelle nicht.
- Der staatlich unterstützte Fonds MGX aus Abu Dhabi soll den Stablecoin USD1 genutzt haben, um eine Beteiligung an der Börse Binance ➡️ im Wert von zwei Milliarden US-Dollar zu finanzieren.
Greenberg sieht darin eine verfassungswidrige Bereicherung. Zudem argumentiert er, dass die mutmaßlich rechtswidrigen Wettbewerbsvorteile von World Liberty Financial Circle und dessen Aktionären geschadet hätten. Die Klage ist eine Aktionärsderivatklage: Der Aktionär versucht dabei, Schadenersatz im Namen des Unternehmens durchzusetzen.
Reaktionen und Hintergrund
World Liberty Financial und das Weiße Haus weisen die Vorwürfe zurück. Sprecher David Wachsman nannte sie unbegründet, das Unternehmen halte alle geltenden Gesetze ein, und bei World Liberty arbeite niemand für die US-Regierung.
World Liberty Financial wurde wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl 2024 von Trump und seinen Söhnen mitgegründet und hat die Token WLFI und USD1 herausgebracht. Für das vergangene Jahr meldete Trump Einnahmen von 1,4 Milliarden US-Dollar aus seinen Krypto-Aktivitäten. Vor allem Demokraten im Kongress kritisieren die Verflechtungen. Die Kontroversen gelten als einer der Gründe für das Scheitern des Clarity Acts. Zudem streitet World Liberty mit Justin Sun, der dem Unternehmen vorwirft, seine WLFI-Token rechtswidrig eingefroren zu haben. Das Unternehmen reagierte mit einer Gegenklage wegen Verleumdung.
Frühere Klagen aus Trumps erster Amtszeit wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Emoluments-Klausel blieben ohne Erfolg. Weder musste er Vorteile zurückzahlen noch seine Geschäfte beenden.
Die Zeitleiste
- November 2025: Die irische Zentralbank verhängt 21.464.734 Euro gegen Coinbase Europe Limited wegen mangelhafter Transaktionsüberwachung.
- Mittwoch, 21. Oktober 2026: Zentralbank und Coinbase Ireland einigen sich auf die neue Strafe.
- Donnerstag, 22. Oktober 2026: Die Zentralbank gibt die 3,25 Millionen Euro bekannt. Die Coinbase-Aktie notierte laut Quelle um 14:05 Uhr bei 151 Euro auf Tradegate, ein Minus von 4,20 Prozent. Ob das mit der Strafe zusammenhängt, sagt die Quelle nicht.
- Datum unbekannt: Die Klage gegen Trump wurde eingereicht, der genaue Termin ist in unserer Quelle nicht genannt.
Was du jetzt wissen solltest
- Die neue Coinbase-Strafe ist klein, ihr Thema aber nicht. Es geht um den Schutz von Kundengeldern, nicht um die Geldwäsche-Kontrollen wie 2025.
- Coinbase sagt, kein Kunde sei geschädigt worden. Das ist die Darstellung des Unternehmens.
- Die Trump-Klage ist bislang nur ein Vorwurf. World Liberty und das Weiße Haus bestreiten alles, ein Urteil gibt es nicht.
- Ähnliche Klagen blieben früher folgenlos. Ein Erfolg ist daher keineswegs sicher.
Unsere Einschätzung
Bei Coinbase ist die Summe für einen großen Konzern überschaubar. Dass das Unternehmen die Probleme selbst gemeldet haben will und nach eigener Aussage niemand Geld verloren hat, spricht für funktionierende Meldewege. Negativ ist, dass binnen weniger Monate zwei Strafen derselben Aufsicht anfielen. Das wirft Fragen zur internen Kontrolle auf und kann höhere Compliance-Kosten bedeuten. Positiv gesehen zeigt der Fall, dass die europäische Aufsicht funktioniert und Anbieter in die Pflicht nimmt.
Die Klage gegen Trump ist politisch aufgeladen und juristisch ungewiss. Sie macht aber sichtbar, wie stark Stablecoin-Wettbewerb und Politik inzwischen verflochten sind. Für dich als Anlegerin oder Anleger gilt: Regulatorische und politische Risiken sind bei Krypto-Werten real, lassen sich aber schwer beziffern. Eine Empfehlung ist das ausdrücklich nicht.
Wie seht ihr das? Sind die Strafen für Börsen wie Coinbase hoch genug, und wie bewertet ihr die Verflechtung von Politik und Krypto? Schreibt es gerne in die Kommentare oder ins Forum.
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Stand: 24.10.2026. Quellen: wallstreet-online. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.