JPMorgan-Prognose für Bitcoin: Rund 10 Prozent Rendite pro Jahr, aber hohes Risiko
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MargixDE -
21. Oktober 2026 um 07:17 -
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JPMorgan Asset Management hat Bitcoin ➡️ erstmals in seine Langfristprognosen aufgenommen. In den "Long-Term Capital Market Assumptions", die am 19. Oktober in ihrer 31. Ausgabe erschienen sind, rechnet die Vermögensverwaltung für die Kryptowährung mit einer Rendite von rund 10 Prozent pro Jahr. Der Zeitraum liegt bei zehn bis 15 Jahren.
Damit liegt Bitcoin in dieser Tabelle vor großen US-Aktien, Immobilienwerten und Gold. Das ist bemerkenswert, weil Konzernchef Jamie Dimon Bitcoin über Jahre öffentlich als Betrug bezeichnet hat. Allerdings kommen in derselben Tabelle auch Zahlen vor, die zur Vorsicht mahnen. Wir ordnen ein, was die Prognose aussagt und was nicht.
Die Zahlen im Vergleich
Die Studie bildet über 200 Anlageklassen ab. Für Bitcoin setzt JPMorgan eine erwartete Jahresrendite von 10 Prozent an. Für andere Anlageklassen nennen die Quellen diese Werte:
- Große US-Aktien: 7,5 Prozent pro Jahr
- Kleinere US-Aktien: 7,7 Prozent pro Jahr
- US-Immobilienwerte: 8,2 Prozent pro Jahr
- Gold: 5,5 Prozent pro Jahr
- Klassisches Portfolio aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen: 7 Prozent pro Jahr
Bitcoin liegt damit 2,5 Prozentpunkte über großen US-Aktien und 4,5 Prozentpunkte über Gold. Das sind Modellannahmen für die ferne Zukunft und keine Garantie.
Szenarien: Von plus 17 bis minus 9,7 Prozent
Laut wallstreet-online hat JPMorgan auch verschiedene Szenarien durchgespielt. Im optimistischen Fall steigt Bitcoin im Schnitt um 17 Prozent pro Jahr. Im pessimistischen Fall verliert er im Schnitt 9,7 Prozent pro Jahr. Die Bandbreite ist also groß, und ein dauerhafter Verlust steht ausdrücklich als mögliches Ergebnis im Raum.
Das Risiko: 55 Prozent Schwankung
Der Rendite steht eine hohe Schwankungsbreite gegenüber. JPMorgan kalkuliert für Bitcoin mit einer jährlichen Volatilität von 55 Prozent. Bei großen US-Aktien sind es 18 Prozent, bei Gold 17,2 Prozent. Bitcoin schwankt in dieser Annahme also etwa dreimal so stark wie die klassischen Vergleichswerte. Für erfahrene Bitcoin-Halter ist das vermutlich keine Überraschung, für Neulinge ist es ein wichtiger Hinweis.
Zwei Renditezahlen, die leicht verwechselt werden
In der Tabelle stehen zwei Werte nebeneinander. Die Bank weist neben den 10 Prozent auch eine durchschnittliche Jahresrendite von 20,9 Prozent aus. Der niedrigere Wert berücksichtigt den Zinseszinseffekt über mehrere Jahre. Er ist daher aussagekräftiger, denn Verluste verkleinern die Basis, auf der spätere Gewinne aufbauen. Der große Abstand zwischen beiden Zahlen zeigt, wie stark Kursrückgänge das Endergebnis belasten können.
Was JPMorgan nicht tut
Wichtig ist auch, was die Prognose nicht bedeutet. Laut BTC-ECHO fließt Bitcoin nicht in die zentralen Modelle ein, mit denen die Bank langfristige Portfolios konstruiert. Neben den starken Schwankungen nennt der Bericht einen weiteren Grund. Bitcoin verhält sich im Verhältnis zu anderen Anlagen schwer berechenbar, mal bewegt er sich ähnlich wie Aktien, mal entkoppelt er sich.
Eine Empfehlung, wie viel Bitcoin in ein Depot gehört, gibt JPMorgan nicht ab. Portfoliomanagerin Sheena Shah und Digital-Asset-Stratege Dennis Cristallo sehen Bitcoin laut wallstreet-online weiterhin als spekulative Anlage. Seine Entwicklung hänge stark von Geldpolitik, Regulierung und weltweiter Akzeptanz ab.
Die Aussage, Bitcoin sei die renditestärkste Anlage der kommenden Jahre, stammt nicht von JPMorgan selbst. Sie kommt von Matt Hougan, dem Investmentchef von Bitwise, der die Tabelle verbreitet hat.
Die Zeitleiste
- Über Jahre: Jamie Dimon bezeichnet Bitcoin öffentlich als Betrug.
- 19. Oktober: JPMorgan Asset Management veröffentlicht die 31. Ausgabe der Long-Term Capital Market Assumptions, erstmals mit Bitcoin.
- Danach: Bitwise-Investmentchef Matt Hougan verbreitet die Tabelle und ordnet Bitcoin als renditestärkste Anlage ein.
Was du jetzt wissen solltest
- Bitcoin ist erstmals in der JPMorgan-Langfristprognose enthalten und kommt dort auf rund 10 Prozent pro Jahr über zehn bis 15 Jahre.
- Die Prognose liegt über Aktien und Gold (7,5 bzw. 5,5 Prozent für große US-Aktien und Gold).
- Die Volatilität ist mit 55 Prozent etwa dreimal so hoch wie bei großen US-Aktien oder Gold.
- Die 20,9 Prozent sind nicht die Erwartung für dein Depot. Der aufgezinste Wert von 10 Prozent ist die aussagekräftigere Zahl.
- Es ist keine Anlageempfehlung. Bitcoin fließt nicht in die zentralen Portfoliomodelle der Bank ein.
Unsere Einschätzung
Dass eine der größten Banken der Welt Bitcoin in ihre Langfristrechnung aufnimmt, ist ein Signal. Bitcoin wird offenbar nicht mehr ignoriert, auch nicht von einem Haus, dessen Chef lange sehr kritisch war. Die Prognose zeigt zudem, dass Bitcoin in den Modellen einen Renditevorsprung gegenüber klassischen Anlagen haben könnte.
Gleichzeitig sollte man die Zahlen nüchtern lesen. Eine Prognose über zehn bis 15 Jahre ist mit großer Unsicherheit behaftet, und das pessimistische Szenario mit minus 9,7 Prozent pro Jahr steht in derselben Studie. Die Volatilität von 55 Prozent bedeutet, dass starke Rückschläge einkalkuliert sind. Dass JPMorgan Bitcoin nicht in die Kernmodelle der Portfolioberatung aufnimmt, zeigt, wie vorsichtig die Bank bleibt. Die Prognose ist ein interessanter Datenpunkt, aber kein Ersatz für eigene Recherche und eine ehrliche Einschätzung deiner eigenen Risikotragfähigkeit.
Wie seht ihr das? Hält ihr die 10 Prozent für realistisch, oder sind die Risiken für euch entscheidender? Schreibt es gerne in die Kommentare und diskutiert mit uns im Forum.
Hier kannst du im Forum mitdiskutieren:
Stand: 21.10.2026. Quellen: BTC-ECHO, wallstreet-online. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.