Sparkassen starten Krypto-Handel: Bitcoin und vier weitere Coins per App
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MargixDE -
20. Oktober 2026 um 12:15 -
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Deutschlands größte Finanzgruppe steigt in den Kryptohandel ein: Seit Montag können die ersten Kundinnen und Kunden der Sparkassen ➡️ Bitcoin ➡️, Ethereum ➡️, XRP ➡️, Solana ➡️ und Polygon direkt in ihrer Banking-App kaufen und verkaufen. Das Angebot heißt „Krypto powered by Deka“ und kommt von der DekaBank, dem Partner der Gruppe für Wertpapiergeschäfte.
Das ist bemerkenswert, weil die Sparkassen Kryptowährungen lange skeptisch gegenüberstanden. Gleichzeitig ist der Start kein Freifahrtschein: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) stuft Kryptowerte weiter als hochspekulativ ein, und es gibt konkrete Einschränkungen, vor allem bei der Verwahrung.
So funktioniert das Angebot
Der Handel läuft über die App deiner Sparkasse, sofern sie bereits teilnimmt. Die technische Abwicklung übernimmt die DekaBank gemeinsam mit der Börse Stuttgart ➡️. Für die Verwahrung ist laut Bericht ebenfalls die Deka zuständig. Ein Wertpapierdepot brauchst du nicht.
Die Kosten liegen bei 0,99 Euro pro Order. Dazu kommt der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Wie hoch dieser Spread im Einzelnen ausfällt, nennt die Quelle nicht.
Wer wann dabei ist
Nicht alle Sparkassen starten gleichzeitig. DSGV-Vorstand Joachim Schmalzl sagte der dpa, jede Sparkasse entscheide selbst, wann sie einsteigt. Nach seinen Angaben sollen monatlich 30 bis 40 weitere Institute hinzukommen. Mehr als 230 Sparkassen, also rund zwei Drittel aller Institute, haben Interesse signalisiert. Im ersten Halbjahr 2027 soll bereits ein großer Teil davon angebunden sein.
Ob deine Sparkasse schon dabei ist, musst du daher vor Ort oder in der App prüfen.
Die Einschränkungen
Keine Beratung, keine Werbung
Die Sparkassen berichten, dass es keine Beratung zu Kryptowerten gibt und das Angebot nicht aktiv beworben werden soll. Es richtet sich nur an volljährige Kunden, die selbst entscheiden wollen. Auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts weist der DSGV ausdrücklich hin. Für den langfristigen Vermögensaufbau empfiehlt die Gruppe weiterhin Wertpapiere und Sparpläne.
Keine eigenen Schlüssel
Für alle, die Wert auf Selbstverwahrung legen, ist das der wichtigste Punkt: Die privaten Schlüssel liegen bei der DekaBank. Du hast also keine direkte Kontrolle über deine Bestände. Auszahlungen sind laut Produktseite nur an Adressen bestimmter zugelassener Kryptodienstleister möglich. Welche das sein werden, ist bislang nicht bekannt. Eine direkte Überweisung auf die eigene Hardware-Wallet ist damit nach jetzigem Stand ausgeschlossen.
Die Zeitleiste
- 2021: Im Krypto-Hype gibt es erste Pläne für ein Angebot, die in der Sparkassengruppe heftig umstritten sind. Der damalige DSGV-Präsident Helmut Schleweis vergleicht Bitcoin mit Schneeballsystemen.
- Sommer 2022: Die Pläne verschwinden in der Schublade.
- Montag dieser Woche: Die ersten Sparkassen schalten den Handel für ihre Kunden frei.
- Monatlich: 30 bis 40 weitere Institute sollen folgen.
- Erstes Halbjahr 2027: Ein großer Teil der interessierten Sparkassen soll angebunden sein.
Warum jetzt?
Schmalzl nennt zwei Gründe für die Entscheidung: die Nachfrage der Kunden und die inzwischen verlässlichere europäische MiCA-Verordnung. Die Gruppe habe genau abgewogen, ob und wie ein Kryptoangebot zu ihr passe. DSGV-Sprecher Stefan Marotzke beschrieb die Zielgruppe schon im Juli als „kleine Gruppe von volljährigen Selbstentscheidern“, die bewusst auf Kryptowährungen setzen und die Risiken in aller Regel kennen.
Neu ist der Markt für Banken nicht mehr. Neobroker und Neobanken wie Trade Republic ➡️ und Revolut bieten Krypto-Handel seit Jahren an. Zuletzt haben auch die Volksbanken ➡️ und die BW-Bank nachgezogen. Die Sparkassen schließen also zu einem bereits besetzten Feld auf.
Was du jetzt wissen solltest
- Fünf Coins stehen zur Auswahl: Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon.
- Die Kosten betragen 0,99 Euro pro Order plus Spread. Ein Depot ist nicht nötig.
- Der Rollout läuft schrittweise. Jede Sparkasse entscheidet selbst, wann sie startet.
- Die Schlüssel liegen bei der DekaBank. Eine Auszahlung auf die eigene Wallet ist laut aktuellem Stand nicht möglich.
- Es gibt weder Beratung noch Werbung. Der DSGV warnt vor hohen Schwankungen und Totalverlust.
Unsere Einschätzung
Für viele Menschen senkt das Angebot die Hürde: Wer bereits Kunde einer Sparkasse ist, kann ohne neues Konto bei einem Neobroker und ohne Wallet-Technik Kryptowährungen erwerben. Dass die Abwicklung über bekannte Institutionen läuft und der Rahmen mit MiCA europäisch geregelt ist, dürfte manchen zusätzliches Vertrauen geben. Auch der Preis von 0,99 Euro pro Order ist transparent, wobei der Spread die tatsächlichen Kosten mitbestimmt.
Auf der anderen Seite stehen klare Nachteile. Wer nach dem Prinzip „not your keys, not your coins“ handelt, wird mit der Verwahrung bei der Deka nicht glücklich. Die Auswahl von nur fünf Coins ist begrenzt, und welche Auszahlungsadressen erlaubt sein werden, ist unklar. Dazu kommt das grundsätzliche Risiko: Kryptowährungen können stark schwanken und im Extremfall komplett an Wert verlieren, wie der DSGV selbst betont. Eine Empfehlung ist das Angebot ausdrücklich nicht, und wir geben auch keine.
Wie seht ihr das? Nutzt ihr schon einen Krypto-Handel über eure Bank, oder bleibt ihr bei Neobrokern und der Selbstverwahrung? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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Stand: 20.10.2026. Quellen: BTC-ECHO. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.