Rüstungsaktien: Northrop, RTX und GE Aerospace melden Rekord-Auftragsbestände
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MargixDE -
22. Oktober 2026 um 07:16 -
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Die US-Quartalssaison hat für Rüstungs- und Luftfahrtwerte einen ihrer Höhepunkte erreicht: Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, haben Northrop Grumman ➡️, RTX ➡️ und GE Aerospace ➡️ ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Alle drei melden hohe Auftragsbestände, zwei davon Rekordwerte, und heben ihre Erwartungen für das Gesamtjahr an.
Das ist auch deshalb interessant, weil Rüstungstitel zuletzt unter Druck standen. Laut wallstreet-online lastete schon seit Wochen Verkaufsdruck auf der Branche, ähnlich wie bei Renk ➡️ und Rheinmetall ➡️. Die Zahlen zeigen, dass die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Perfekt ist das Bild aber nicht, wie die Details zeigen.
Northrop Grumman: Rekordbestand, aber gemischte Details
Northrop Grumman steigerte den Umsatz um 6,7 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar. Damit lag der Konzern knapp 30 Millionen Dollar unter den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie nach GAAP betrug 7,89 US-Dollar, 69 Cent mehr als erwartet, aber weniger als die 8,15 Dollar im Vorjahresquartal. Der operative Gewinn fiel um 23 Prozent auf 1,096 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatten Erträge aus dem Verkauf von Unternehmensteilen das Ergebnis aufgebessert.
Der freie Cashflow stieg dagegen um 54 Prozent auf 978 Millionen Dollar. Der Nettoauftragsbestand wuchs um 20 Milliarden auf 110 Milliarden Dollar, ein Unternehmensrekord. Im Segment Aeronautics legte der Umsatz um 13 Prozent auf 3,519 Milliarden Dollar zu. Im Defense-Geschäft stieg der Umsatz um 5 Prozent, der operative Gewinn sank aber um 38 Prozent.
Für 2026 rechnet Northrop mit Erlösen von 43,75 bis 44,25 Milliarden Dollar, was ungefähr den Analystenschätzungen entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 29,35 bis 29,75 Dollar liegen, zuvor waren es 28,60 bis 29,10 Dollar.
RTX: 340 Milliarden Dollar in den Büchern
RTX steigerte den Umsatz um 11 Prozent auf 25,0 Milliarden Dollar, organisch um 12 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 33 Prozent auf 2,26 Dollar, der Nettogewinn um 35 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Auftragsbestand erreichte mit 340 Milliarden Dollar einen Rekord: 176 Milliarden entfallen auf die zivile Luftfahrt, 164 Milliarden auf das Rüstungsgeschäft. Neue Aufträge von mehr als 81 Milliarden Dollar kamen im Quartal hinzu, darunter mehrjährige Verträge für Tomahawk-Marschflugkörper und AMRAAM-Raketen.
Alle drei Sparten wuchsen:
- Collins Aerospace: Umsatz plus 10 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, bereinigter operativer Gewinn plus 50 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Dollar.
- Pratt & Whitney: Umsatz plus 10 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene operative Gewinn sank um 19 Prozent auf 608 Millionen Dollar, belastet durch eine Rückstellung von 363 Millionen Dollar wegen der Insolvenz eines Kunden.
- Raytheon: Umsatz plus 14 Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar, operativer Gewinn plus 32 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar.
Die Jahresziele hob RTX erneut an: bereinigter Umsatz von 97,0 bis 97,5 Milliarden Dollar (zuvor 95,0 bis 96,0), bereinigter Gewinn je Aktie von 7,65 bis 7,75 Dollar und freier Cashflow von 9,0 bis 9,2 Milliarden Dollar. Im Quartal selbst fiel der freie Cashflow um 47 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar. Laut Bericht spielten dabei Rückflüsse im Zusammenhang mit US-Zöllen nach dem IEEPA eine Rolle.
GE Aerospace: Bestellungen um 49 Prozent gestiegen
GE Aerospace erhöhte den Umsatz um 16 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar, die Bestellungen stiegen um 49 Prozent auf 19,0 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar zu, der bereinigte Gewinn je Aktie um 36 Prozent auf 2,25 Dollar. Treiber war das Segment Commercial Engines and Services, vor allem Wartung und Ersatzteile. Dort stiegen die Bestellungen um 58 Prozent auf 15,3 Milliarden Dollar.
Der freie Cashflow ging um 14 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar zurück. Auch die Marge zeigt zwei Gesichter: Bereinigt stieg sie um 2,2 Punkte auf 22,5 Prozent, ausgewiesen sank sie um 0,8 Punkte auf 19,9 Prozent. Konzernchef Lawrence Culp sprach von starken Ergebnissen und verwies auf einen Auftragsbestand im kommerziellen Servicegeschäft von mehr als 170 Milliarden Dollar. Für 2026 peilt GE einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,00 bis 8,10 Dollar und einen freien Cashflow von 9,1 bis 9,4 Milliarden Dollar an. Die Übernahme von Consolidated Precision Products ist geplant.
Die Zeitleiste
- 20.10.2026: GE Aerospace, RTX und Northrop Grumman veröffentlichen ihre Quartalszahlen.
- 20.10.2026: Die Northrop-Aktie legt im Handel um über 6 Prozent zu und liegt wieder über der 50-Tage-Linie. Vorbörslich notierten RTX etwa 1 Prozent im Plus und GE Aerospace etwa 1 Prozent im Minus.
- Donnerstag: Laut wallstreet-online werden die Zahlen von Lockheed Martin ➡️ erwartet. Dazu liegen uns keine Informationen vor.
Was du jetzt wissen solltest
- Die Auftragsbücher sind voll: Northrop meldet 110 Milliarden, RTX 340 Milliarden Dollar, beides Rekorde.
- Die Prognosen steigen: RTX und GE Aerospace heben ihre Ziele an, Northrop vor allem beim bereinigten Gewinn je Aktie.
- Der Cashflow ist uneinheitlich: Bei RTX und GE sank der freie Cashflow im Quartal, bei Northrop stieg er stark.
- Einmaleffekte verzerren: Verkaufserträge im Vorjahr, eine Kundeninsolvenz und Zollrückflüsse beeinflussen die Vergleiche.
Unsere Einschätzung
Die Zahlen sprechen für eine robuste Nachfrage, sowohl im Rüstungsgeschäft als auch bei Triebwerken und Wartung in der zivilen Luftfahrt. Rekordbestände geben diesen Konzernen Planungssicherheit, und mehrere Prognoseanhebungen zeigen, dass das Management zuversichtlich ist.
Es gibt aber Gegenargumente. Ein voller Auftragsbestand ist noch kein Gewinn. Er muss erst abgearbeitet werden, und die Margen können dabei schwanken, wie die Einbußen im Defense-Segment bei Northrop zeigen. Zudem sind die Quartalsvergleiche durch Sondereffekte verzerrt, und bei RTX und GE gingen die Cashflows zurück. Die Bewertungseinschätzung von wallstreet-online, Northrop sei mit einem KGV 2026 von 18,3 etwas günstiger als der Branchenschnitt von 18,9, ist eine Momentaufnahme und keine Garantie. Wie die Branche nach den Zahlen von Lockheed Martin dasteht, bleibt abzuwarten. Dies ist keine Anlageberatung, und wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Wie seht ihr das? Sind volle Auftragsbücher für euch ein verlässliches Signal, oder achtet ihr stärker auf Cashflow und Margen? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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Stand: 22.10.2026. Quellen: wallstreet-online. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Skala: 0–24 Extreme Angst · 25–44 Angst · 45–55 Neutral · 56–75 Gier · 76–100 Extreme Gier
Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.