Western Digital und IBM: Gute Zahlen, Aktien trotzdem im Minus wegen KI-Sorgen
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MargixDE -
23. Oktober 2026 um 07:15 -
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Gute Quartalszahlen reichen an der Börse derzeit nicht mehr automatisch für steigende Kurse. Diese Woche haben das gleich zwei bekannte US-Konzerne erlebt: Der Festplattenhersteller Western Digital ➡️ und der Technologiekonzern IBM ➡️ übertrafen jeweils die Erwartungen der Analysten. Beide Aktien gaben nach der Bilanzvorlage im nachbörslichen Handel trotzdem nach.
Western Digital lag nach Börsenschluss um 6,5 Prozent im Minus, IBM um 4,64 Prozent. Die Gründe unterscheiden sich im Detail, doch im Hintergrund steht ein Thema, das den Markt gerade beschäftigt: die Frage, ob sich die gewaltigen Ausgaben rund um den KI-Boom so auszahlen, wie Anleger hoffen. Wir schauen uns die Zahlen an.
Western Digital: Rekordnah im Ergebnis, aber hohe Investitionen
Im ersten Geschäftsquartal 2027, das am 2. Oktober endete, setzte Western Digital 4,38 Milliarden US-Dollar um. Analysten hatten mit 4,14 Milliarden gerechnet, das entspricht einem Plus von rund 5,8 Prozent gegenüber der Erwartung. Der bereinigte Gewinn lag bei 4,64 US-Dollar je Aktie, der Konsens hatte 4,08 US-Dollar erwartet. Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg das bereinigte Ergebnis um 161 Prozent.
Auch der Ausblick fiel stark aus. Für das zweite Geschäftsquartal stellt das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von bis zu sechs US-Dollar je Aktie in Aussicht, erwartet worden waren 4,80 US-Dollar. Zusätzlich hebt Western Digital die Quartalsdividende um 17 Prozent an.
Was die Anleger nervös macht
Der wunde Punkt sind die Investitionsausgaben. Sie haben sich im Quartal mehr als verdreifacht, das Geld floss in die Fertigung von Festplatten mit höherer Speicherkapazität. Nach Angaben von Bloomberg Intelligence ging dadurch die Marge des freien Cashflows um rund drei Prozentpunkte zurück. Finanzchef Kris Sennesael sagte in der Telefonkonferenz, über fünf Jahre sollten die Investitionen im Schnitt bei etwa vier bis sechs Prozent des Umsatzes liegen. In den kommenden zwei Jahren dürften sie aber etwas darüber liegen.
Laut Quelle bewegte sich die Aktie zunächst ins Plus und drehte dann ins Minus. Am frühen Freitagmorgen (23. Oktober, 2 Uhr) stand sie bei 354,2 US-Dollar, ein Minus von 6,43 Prozent.
IBM: Software stark, Marge schwächer
IBM steigerte den Umsatz im dritten Quartal um rund fünf Prozent auf 17,10 Milliarden US-Dollar, erwartet waren 16,82 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 2,95 US-Dollar nach einer Prognose von 2,86 US-Dollar. Der Nettogewinn stieg von 1,74 auf 2,19 Milliarden US-Dollar.
Das Softwaregeschäft wuchs um acht Prozent auf 7,80 Milliarden US-Dollar und lag damit über den erwarteten 7,66 Milliarden. Die Beratung stagnierte bei 5,34 Milliarden und verfehlte die Prognose von 5,37 Milliarden knapp. Das Infrastrukturgeschäft legte um vier Prozent auf 3,70 Milliarden zu.
Der Haken bei IBM
Die bereinigte Bruttomarge lag mit 58,5 Prozent unter den erwarteten 59,1 Prozent. In der Beratung sank die Bruttomarge von 28,9 Prozent im zweiten Quartal auf 27,4 Prozent. Finanzchef Jim Kavanaugh erklärte, IBM habe Produktivitätsgewinne in digitale Angebote reinvestiert.
Beim Thema KI gibt es dennoch Positives: Laut Kavanaugh machte sie im Quartal rund 30 Prozent der Beratungserlöse und 35 Prozent des Auftragsbestands dieser Sparte aus. Konzernchef Arvind Krishna sagte, Kunden nutzten "Super Intelligence" inzwischen, um ganze Betriebsmodelle umzubauen. Beim freien Cashflow wird IBM zuversichtlicher: Für 2026 soll er um mehr als eine Milliarde US-Dollar steigen, im Juli war noch von rund einer Milliarde die Rede. Das Ziel für das währungsbereinigte Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent bleibt unverändert.
Die Zeitleiste
- Juli 2026: IBM stellt beim freien Cashflow für 2026 einen Zuwachs von rund einer Milliarde US-Dollar in Aussicht.
- Mittwoch, 21. Oktober: IBM legt Zahlen zum dritten Quartal vor, die Aktie verliert nachbörslich 4,64 Prozent.
- Donnerstag, 22. Oktober: Western Digital berichtet über das erste Geschäftsquartal 2027, der Finanzchef erläutert die Investitionspläne.
- Freitag, 23. Oktober: Die Western-Digital-Aktie notiert früh bei 354,2 US-Dollar und rund 6,4 Prozent tiefer.
Warum die KI-Sorgen eine Rolle spielen
Laut der Quelle stehen Speicherwerte und andere Aktien rund um den KI-Boom unter Druck. Der Grund: Die enormen Ausgaben für Rechenzentren und Rechenleistung könnten sich später auszahlen als erhofft. Das Analysehaus Vital Knowledge hält es für entscheidend, ob die Investitionen in Rechenzentren ihr aktuelles Tempo halten können und ob die großen Auftragsbestände tatsächlich zu Umsatz werden. Bei Western Digital überschatteten diese Fragen die guten Zahlen.
Bei IBM nennt die Quelle die Marge als Kennzahl, die unter den Erwartungen blieb. Einen ausdrücklichen Zusammenhang mit den KI-Sorgen am Gesamtmarkt stellt sie dort nicht her. Hinzu kommt eine Unklarheit: Die Kursangabe im IBM-Artikel zeigt ein Plus von 3,94 Prozent bei 251,5 US-Dollar. Vermutlich bezieht sich das auf den regulären Handel vor der Zahlenvorlage, der nachbörsliche Abschlag kam danach. Bestätigt ist das in der Quelle nicht.
Was du jetzt wissen solltest
- Beide Konzerne haben die Erwartungen übertroffen, bei Umsatz und bereinigtem Gewinn.
- Die Kursreaktion war trotzdem negativ: Western Digital verlor nachbörslich 6,5 Prozent, IBM 4,64 Prozent.
- Bei Western Digital stehen die verdreifachten Investitionen im Fokus, weil sie die Cashflow-Marge belasten.
- Bei IBM bleibt die Bruttomarge hinter den Erwartungen zurück, vor allem in der Beratung.
- Nachbörsliche Bewegungen sind vorläufig. Wie die Aktien im regulären Handel reagieren, kann abweichen.
Unsere Einschätzung
Die Reaktionen zeigen, dass der Markt bei KI-nahen Werten inzwischen genauer hinsieht. Starke Zahlen werden vorausgesetzt, entscheidend sind Kosten, Margen und die Frage, wann sich Investitionen auszahlen. Für Western Digital sprechen der kräftige Gewinnsprung, der über den Erwartungen liegende Ausblick und die höhere Dividende. IBM kann auf das wachsende Softwaregeschäft und das angehobene Cashflow-Ziel verweisen.
Dem stehen Risiken gegenüber: Western Digital gibt in den nächsten zwei Jahren weiterhin überdurchschnittlich viel Geld aus. Sollte sich die Nachfrage aus den Rechenzentren abschwächen, würde das die Rechnung belasten. Bei IBM bleibt abzuwarten, ob der Margendruck in der Beratung vorübergehend ist. Aus den Quellen lässt sich das nicht beantworten. Eine Kursprognose oder gar eine Empfehlung leiten wir daraus nicht ab. Kurzfristige Schwankungen nach Zahlen sagen zudem wenig über die langfristige Entwicklung aus.
Wie seht ihr das? Straft der Markt gute Zahlen zu hart ab, oder sind die KI-Sorgen berechtigt? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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Stand: 23.10.2026. Quellen: wallstreet-online. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.