Ausverkauf bei KI-Aktien: Nasdaq bricht ein, Meta und GE Vernova verlieren
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MargixDE -
24. Oktober 2026 um 18:15 -
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Am Donnerstag haben Anleger an der Wall Street massiv Technologiewerte abgestoßen. Der Nasdaq Composite fiel um 2,6 Prozent auf 26.009 Punkte, der größte Tagesverlust seit Anfang Juni. Besonders hart traf es die Chipbranche: Der Philadelphia-Halbleiterindex brach um 6,7 Prozent ein und liegt inzwischen mehr als 26 Prozent unter seinem Rekord vom Juni.
Der Abverkauf blieb nicht auf Chips beschränkt. Meta ➡️ verlor rund 120 Milliarden US-Dollar an Börsenwert, und auch Unternehmen, die vom enormen Strombedarf der KI-Rechenzentren leben sollen, gerieten unter Druck, darunter GE Vernova ➡️, Siemens Energy ➡️ und Bloom Energy ➡️. Offenbar stellen Investoren die Frage, wie lange der KI-Investitionsboom in dieser Form weitergeht und wie er finanziert wird.
Wichtig vorab: Es handelt sich um eine Momentaufnahme. Ob daraus eine längere Korrektur wird, ist offen.
Chipwerte im Sturzflug
Intel ➡️, AMD, Sandisk ➡️ und Marvell ➡️ verloren jeweils mehr als acht Prozent. Der S&P 500 gab um 1,2 Prozent nach, während der Dow Jones knapp im Plus schloss. Paul Nolte von Murphy & Sylvest sagte, die Anleger begännen zu erkennen, dass die KI-Geschichte einige Lücken habe.
In Deutschland traf es ebenfalls Technologiewerte: Aixtron sackte um 9,8 Prozent ab, Infineon ➡️ verlor sechs Prozent. Der DAX schloss am Donnerstag 1,1 Prozent tiefer bei 25.371 Punkten. Für Freitag sah der Broker IG Markets ihn vorbörslich bei 25.328 Punkten. In Asien ging es ebenfalls bergab: Der Nikkei steuert auf ein Wochenminus von rund fünf Prozent zu, der chinesische CSI 300 fiel auf den tiefsten Stand seit Juli 2025.
Nicht alles lief schlecht. Spotify sprang nach einer starken Gewinnprognose um 11,1 Prozent, Lockheed Martin legte nach angehobenen Zielen um sieben Prozent zu. Laut LSEG übertrafen bislang 83 Prozent der 111 berichtenden S&P-500-Unternehmen die Erwartungen. Die Berichtssaison ist also insgesamt nicht schwach.
Meta: Investitionen verschlingen den Cashflow
Die Meta-Aktie fiel um sieben Prozent auf 648,85 US-Dollar. Im dritten Quartal rutschte der freie Mittelzufluss erstmals seit mehr als zehn Jahren ins Minus, weil die KI-Ausgaben mehr Geld binden, als das Geschäft einbringt. Zudem plant der Konzern stimmrechtslose Aktien, um frisches Kapital aufzunehmen.
Nach dem Rücksetzer liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der kommenden zwölf Monate laut StockAnalysis bei rund 20. Die Analysten zeigen sich vergleichsweise gelassen: Ihr mittleres Kursziel liegt etwa 25 Prozent über dem aktuellen Kurs. Ein Kursziel ist allerdings nur eine Schätzung und keine Garantie.
Energie-Zulieferer: Vom KI-Profiteur zum Verlierer
Rechenzentren benötigen teils mehrere Hundert Megawatt, einzelne Projekte der großen Cloud-Anbieter sind sogar im Gigawatt-Bereich geplant. Deshalb galten Energieunternehmen lange als sichere Profiteure. Nun wachsen die Zweifel: Viele unprofitable KI-Firmen sind auf teures Fremdkapital angewiesen, und in den USA wächst der Widerstand von Kommunen gegen neue Rechenzentren, etwa wegen Wasserverbrauchs und Lärm. Manche Projekte verzögern sich oder entstehen gar nicht.
GE Vernova und Siemens Energy
GE Vernova fiel zeitweise um mehr als zehn Prozent und war damit der schwächste Wert im S&P 500. Die Aktie hat seit der Abspaltung von General Electric zeitweise über 750 Prozent zugelegt, zuletzt waren es noch etwa 560 Prozent. Selbst nach den Verlusten liegt das erwartete KGV für das laufende Jahr laut wallstreet-online bei über 55, für das kommende bei über 30. Technisch hat die Aktie die 200-Tage-Linie unterschritten und die Marke von 900 US-Dollar aufgegeben, ein Death Cross zeichnet sich ab.
Siemens Energy verlor ebenfalls deutlich. Die Quellen nennen etwas unterschiedliche Werte, von mehr als sieben bis zu 8,6 Prozent; in Letzterem Fall war der Konzern das DAX-Schlusslicht. Auch Cummins, Caterpillar und Howmet Aerospace gaben um rund fünf Prozent nach.
Bloom Energy: gute Zahlen, trotzdem Kursrutsch
Bloom Energy hatte bereits im regulären Handel 8,7 Prozent verloren und fiel nach den Quartalszahlen nachbörslich um weitere 6,9 Prozent auf knapp 203 US-Dollar, rund 42 Prozent unter dem Rekordhoch von etwa 351 US-Dollar. Dabei waren die Zahlen stark:
- Umsatz: 1,24 Milliarden US-Dollar, plus 138,9 Prozent zum Vorjahr und rund 170 Millionen über den Erwartungen
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 0,94 US-Dollar, erwartet waren 0,67 US-Dollar
- Nettogewinn: 250,3 Millionen US-Dollar, nach einem Minus von 23,1 Millionen im Vorjahr
- Operative Marge: 23,1 Prozent, nach 8,9 Prozent
- Jahresprognose angehoben: Umsatz 4,4 bis 4,6 Milliarden US-Dollar, bereinigter Gewinn je Aktie 3,10 bis 3,40 US-Dollar
Als Problem sehen Beobachter die Bewertung: Das erwartete KGV für 2026 liegt bei 62,5, der Branchendurchschnitt bei 19,3. Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen Großkunden wie Oracle, denen der Markt die Umsetzung und Finanzierung ihrer Pläne immer weniger zutraut.
Das Umfeld: Öl, Zinsen und Staatsanleihen
Zusätzlich belasten steigende Energiepreise. Brent verteuerte sich am Donnerstag um vier Prozent auf ein Fünfmonatshoch und näherte sich am Freitag 114 US-Dollar je Barrel. Hintergrund sind erneute Angriffe der Huthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien. Saudi Aramco ließ laut Reuters seine Zentrale in Dhahran räumen.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um mehr als 19 Basispunkte auf rund 4,96 Prozent, so stark wie seit März 2023 nicht mehr. ING-Experte Padhraic Garvey erwartet jedoch, dass sie wieder über fünf Prozent steigt. Französische Anleihen stehen dagegen unter Druck, ihre Rendite stieg auf 5,06 Prozent, den höchsten Stand seit 2002. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im Dezember sank auf 85 Prozent. Gold gab auf 4.016 US-Dollar je Feinunze nach und profitierte von der Unruhe nicht.
Was du jetzt wissen solltest
- Der Abverkauf ist breit: Erst traf es Speicherchips und Neocloud-Anbieter, dann Halbleiter insgesamt und nun Energie-Zulieferer.
- Gute Zahlen reichen nicht immer: Bei hoch bewerteten Aktien wie Bloom Energy kann selbst eine Prognoseanhebung einen Kursrutsch nicht verhindern.
- Das Umfeld ist angespannt: Teures Öl, hohe Anleiherenditen und Sorgen um die Staatsfinanzen in Europa kommen zu den KI-Zweifeln hinzu.
- Die nächsten Termine zählen: Die Zinsentscheide der kommenden Woche dürften laut wallstreet-online die Richtung vorgeben.
Unsere Einschätzung
Der Rücksetzer kommt nach einer langen Rally nicht aus dem Nichts. Hohe Bewertungen, wie das KGV von über 60 bei GE Vernova und Bloom Energy, lassen wenig Spielraum für Enttäuschungen. Dass der Markt jetzt genauer auf Finanzierung und Cashflow schaut, wie bei Meta, ist nachvollziehbar. Die Autoren der Quellen rechnen teils mit weiteren Verlusten, etwa bei GE Vernova und Siemens Energy. Das ist aber eine Einschätzung, keine Gewissheit.
Es gibt auch Gegenargumente: Die Berichtssaison fällt insgesamt gut aus, Bloom Energy hat starke Geschäftszahlen und eine höhere Prognose geliefert, und Analysten bleiben bei Meta zuversichtlich. Der Strombedarf der Rechenzentren ist weiterhin real. Unklar ist, wie schnell und in welchem Umfang die Projekte tatsächlich umgesetzt und finanziert werden. Wer investiert ist, sollte Klumpenrisiken im Blick behalten. Die Quelle merkt an, dass breit gestreute Depots den Sturm weniger spüren. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das ausdrücklich nicht.
Wie seht ihr das: Ist das eine gesunde Korrektur oder der Anfang einer größeren Neubewertung bei KI-Aktien? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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Stand: 24.10.2026. Quellen: wallstreet-online. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
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Quellen: Krypto – Crypto Fear & Greed Index von alternative.me; US-Aktien und DAX – eigene Berechnung (Margix) aus Yahoo-Finance-Daten. Keine Anlageberatung.